27.12.2006

Telefon und Buenos Aires

005401148656779
Meine Telefonnummer vom 31.12. bis 15.01. Festnetz!!!
Keine Angst niemand da ausser mir! (dem AB (keine Hemmungen) und einer Katze...)
01052
010058
beide 1,5 Cent.
Die aktuellsten findet ihr jeweils ueber den Link oben!
Liebe Gruesse
freue mich auf Anrufe!
David
ps: bedenkt vier Stunden Zeitverschiebung, also nicht zu frueh anrufen weil da schlafe ich noch... )es ist bei mir vier Stunden frueher als bei euch)
BESTE ZEITEN UM MICH ZU ERREICHEN ZWEI BIS SECHS UHR NACHMITTAGS BEI EUCH...

24.12.2006

Feliz navidad

Hallo,
da ich Weihnachtsgruessemails nicht mag, schreibe ich einfach hier einen Weihnachtsgruss allen.

Es ist ein bisschen wie verkehrte Welt, hier und Weihnachten. Hui Morgen ist Weihnachten, gibt nicht besonders viel hier was mir das signalisiert.
Die paar Weihnachtsspezifischen E-Mails kann man ignorieren, das bisschen Weihnachtsdeko auch.
Bei Getraenken haelt man sich besser an alles was kalt ist und alles was suess und schokoladig ist zerlaeuft einem recht flott zwischen den Fingern.

Das Einzige was wohl ueberall auf der Welt gleich ist, zumindest wenn man es irgendwie arrangieren kann. Es wird viel gegessen...
(Nur das einem das bei Hitze nochmal ganz anders bekommt).

War vorgestern mit auf der Weihnachtsfeier, eines Teakwondo-Vereines, da sich natuerlich immer alle freuen wenn da Jemand ist der all ihre kulinarischen Koestlichkeiten (die meisten sind tatsaechlich auch lecker) nicht kennt und folglich probieren muss, werde ich hier recht ordentlich gemestet.

Das Essen ist tatsaechlich gut, viel Fleisch zwar. Aber ich weiss noch gar nicht wie ich ohne einige Dinge die ich hier schaetzen lerne in Deutschland existieren soll. Zum Beispiel: Empanadas, kleine Teigtaschen gefuellt mit allem Moeglichen je nach Geschmack. Die sind sehr toll fuer den Hunger zwischendurch. Mittlerweile komme ich auch mit wenig Fruehstueck und Abendessen gegen 10 Uhr wenns frueh stattfindet zurecht..

Momentan wohne ich in einer Familie etwas ausserhalb von Capital Federal Bs As, aber immer noch mitten in der Stadt. Im 11.Stock habe ich einen guten Blick ueber Bs As. Es ist toll da die Kinder, der Familie, alle in meinem Alter auch Ferien haben und damit sie viel Zeit haben. Es ist eine sehr argentienische Familie und die Verthaeltnisse sind einfacher als die bisherigen die ich hier in Buenos Aires erleben durfte aber ich mag es. Mit ihnen werde ich auch Weihnachten verbringen. Sie sind liebenswuerdig, grosszuegig, sehr unkompliziert, sehr kommunikativ, alle offen und sehr kuenstlerisch begabt und aktiv.

Mittwoch waren wir gemeinsam in einer deutschen Ausstellung ueber Fluxus (Link zu Wikipedia fuer alle mit Bildungsluecke :-) ), es war sehr schoen, weil ich ihnen auch einiges uebersetzen konnte was als Text Teil der obra de arte (Kunstwerke) war und nicht in Spanisch vorhanden war.

Was zu wuenschen bleibt:
¡Feliz navidad!

Aus der Ferne und noch bis Mitte Januar aus Bs As
David

19.12.2006

Amuesantes Thema aus serioeser Quelle

SEX IM WELTRAUM

Ein Artikel mit Bildern
von der Zeit

Zeit-wissen Sex in space

12.12.2006

Buenos Aires

Bs As, so kuerzt man hier die Stadt gerne ab.

Seit dem 24. November 23:30 Ortszeit (heisst seit Winterzeit in Europa vier Stunden Differenz) bin ich jetzt schon hier.
Zuerst haben wir einige Tage im Hostal Abasto, einer Mischung aus Kuenstlerwohnung, Sifferwohnung, Wg und Hostal gewohnt. Hier waren irgendwie schon alle einmal die ich kenne und die hier waren. Die ersten Tage haben wir ruhig angegangen.

Am Mittwoch den 29.November habe ich mich nach drei Monaten gemeinsamen Reisens von Claire verabschiedet, die nach Sao Paulo zurueckkehrt ist, ehe sie vor Weihnachten nach Deutschland zurueckkehrt.
Somit hat fuer mich ein neuer und zugleich auch letzter Abschnitt meiner Reise begonnen, ein zweimonatiger letzter Abschnitt den ich ganz allein beschreiten kann.

Schnell war fuer mich klar, dass wenn ich es finanziell realisieren kann, solange wie moeglich einfach nur in Buenos Aires bleiben will.Das heisst das ich nach dem Klaeren der Geldfragen und wiederholtem Kindergeldhin und -her beschlossen habe den Dezember auf jeden Fall in Buenos Aires zu bleiben.

Daraufhin habe ich ganz viele Menschen im Hospitalityclub angeschrieben und wohne nun seit einiger Zeit bei Hospitalityleuten. Ich geniesse es sehr und es ist spannender als in einem Hostal.

Ich habe angefangen Spanischstunden zu nehmen, will noch ein bisschen Tango lernen, ich fotografiere sehr viel, streife mit Zeit durch die Stadt, lasse mich bewegen von dem was sich mir bietet. Mal bin ich Beobachtender und Fotograf, mal ganz Teil dessen. Ganz viel Strassenmusiker und Kuenstler findet man an jeder Ecke... Die Einen mitnehmen in die Welt der Musik und des Tanzes.

Durch den Hospitalityclub und die Kontakte die ich schon hatte durch die Connectivity Konferenz, habe ich mittlerweile einige Menschen hier.

Sehr ausfuehrlich kann man hier auch nachts unterwegs sein. Weggehen bis sechs oder acht Uhr morgens hat durchaus Kultur.

Meistens scheint die Sonne, das gilt fuer mein Befinden als auch fuer das Wetter.

Ich sehe hier viel Tango, war einige Male auf Milongas (Tangotanzveranstaltungen) wobei ich da nur Zuschauer bin..., aber auch das ist sehr schoen. Es ist wahnsinnig beeindruckend wie sehr der Tango hier noch lebt und praktixierter Teil der Kultur ist.
Zufaellig habe ich vorgestern auf der Strasse zwei Tangotaenzer wiedergetroffen die ich von Connectivity schon kannte, hatte einige Tage zuvor gedacht das ich Ben mal anschreiben will damit ich den Kontakt von ihnen bekomme. Und dann treffe ich sie prompt in der Strasse wo sie seit langem zum Ersten Mal wieder aufgetreten sind. Den Rest des Tanges verbrachten wir gemeinsam und ich werde sie in den naechsten Tagen wohl nochmal treffen.

Auch Vorgestern habe ich mich mit einem alten Herren getroffen, der Deutscher ist aber schon sehr lange hier lebt und er hat mit mir eine sehr interessante historische Stadtfuehrung gemacht und mir viel ueber die soziale Wirklichkeit Argentiniens erzaehlen koennen.

Meinen Bart habe ich mir abgeschnitten.

Bs As ist sehr europaeisch, dennoch hat es auch noch einige sehr suedamerikanische Sprenkel. Es war ein bisschen ein Schock als ich aus Lima was doch sehr typisch und klar in Suedamerika ist nach Buenos Aires gekommen bin.
Dennoch hat Bs As viel Flair. Und ist eine der wenigen grossen Staedte die ich als schoen bezeichne.
Nachts sieht man meistens die Sterne, beeindruckend fuer eine Stadt die immerhin 7 Mio Menschen beherbergt.

Letzte Woche war ich im Malba (Museo de Arte Lateinamerico de Buenos Aires), einem Museum fuer moderne Kunst - zufaellig war dort eine deutsche Ausstellung ueber oder zu Fluxus. Ein bisschen Beuys, ein bisschen Dada, eine Tonbandaufzeichnung von Beuys jajajajaneeneeneenee und andere Instalationen und interaktive Kunstwerke.
Nebenbei ein originales Frida Kahlo Selbstbildnis.

In den letzten Wochen war ich einige Male mit einer Deutschen, einem Italiener und einem Brasilianer unterwegs, eine sehr internationale Gruppe und immer haben wir eine Mischung aus Spanisch und Portugiesisch gesprochen, denn der Brasilianer hatte offensichtlich Probleme spanisch und portugiesisch auseinander zu sortieren - schoen das es nicht nur mir so ging...

Buenos Aires ist eine sehr gruene Stadt, alle Strassenzuege sind gesaeumt von Baeumen.

An vielen Orten liegt viel Muell auf der Strasse. }
Bs As ist voll von Gegensaetzen, auch wenn man die Armut nicht so klar sehen kann wie in Peru oder Bolivien, so ist sie doch prasent und klar vorhanden. Nur ist sie, was mich auch an Europa erinnert, verdeckter und nicht so offensiv.
...Und wer einmal Strassenkindern auf der Strasse bewusst begegnet ist, trifft sie immer und ueberall wieder und ich kann sie nicht mehr bewusstseintlich nicht wahrnehmen.
Dieses stumpfe, Typische spricht mich sehr deutlich an, nach dem ich es in Lima etwas kennengelernt habe.

Gestern habe ich mit einem jungen Paaerchen unterhalten, die leben davon das sie tagein und tagaus am Plaza de Mayo (einem wichtigen Platz mit Regierungsgebaeuden) sitzen und Mais verkaufen das andere Leute damit die Tauben fuettern koennen. Gestern haben sie jeder 5 Pessos (1,25 Euro) verdient, an guten Tagen sind es vielleicht zehn fuer jeden. Ich habe mich wenn gleich es schwer war sie zu verstehen, ein wenig mit ihnen angefreundet. Ich bin ihnen begegnet weil sie regelrecht bestueckt war mit Tauben die sie gefuettert hat und ich mit meinem Schwarz-weiss-Film einige schoene Fotos machen konnte.

Das ist es was ich gerade mag am Hier sein, verweilen wenn es mir gefaellt. Mit den Menschen reden die mir begegnen.

Sehr mag ich es hier, Menschen mit so unterschiedlicher sozialer Realitaet zu begegnen und davon zu erfahren. Nicht im voyouristischen Interesse, vielmehr aus der tiefen Motivation ein grosses Spektrum sozialer Wirklichkeiten wahrzunehmen und mir selber sehr bewusst zu werden wo ich stehe. Und was fuer ein Luxus das ist was ich hier tun kann und auch wie wertvoll es auch deswegen ist.

Seit Gestern wohne ich bei einer Familie deren Grosseltern zum Teil Deutsche waren, dadurch spricht die ganze Familie etwas deutsch, habe ich nicht gewusst bevor ich ankam. Witzig war das die Kinder (drei etwa in meinem Alter) die ersten Jahre in eine deutschsprachige Schule gegangen sind und deswegen ganz viele deutsche Lieder kennen, von Haenschen klein bis zu Hoppe hoppereiter...

Spannend war immer mal wieder mit einer Deutschen unterwegs zu sein, Romy, weil sie erst seit zweieinhalb Wochen in Suedamerika und somit auch in Buenos Aires ist. Sie bemerkt staendig wie dreckig, laut oder krass Buenos Aires ist. Fuer mich ist es eher oft das Gegenteil, dass ich finde das es im Vergleich zu den anderen suedamerikanischen Staedten sehr wohlgeordnet und sauber - eben europaeisch - ist.

Oefters denke ich, das ich gar nicht mehr weiss wie etwas in Europa ist wenn es mir hier auffaellt. Und das ich mir erstmal wenn ich zurueckkehre klar werden muss darueber wie Euopa eigentlich ist.

Schoene Frauen kann man hier auch treffen.

Lecker ist hier auch Dulce de Leche, eine Art Karamelcreme, die man entweder auf Brot isst oder in kleinen suessen Gebaeckstueckchen (Facturas) vorfindet.

Erstes Anzeichen fuer Weihnachten war hier, ein Schaufenster voll mit nackten Schaufensterpuppen, dafuer mit Weihnachtsmannmuetzen...
Alles andere ist nicht besonders weihnachtlich bis auf gelegentliche Weihnachtsdeko, in Kaufhaeusern.

Kulinarisch gesehen ist Bs As ganz weit oben, Kaffeekultur und guten Wein, viel Musik, warmes Wetter... und auch das Bier kann man trinken.

Ganz viel Jugendstilarchitektur, soviel das ich sie schon fast nicht mehr wahrnehme.

Allerdings merke ich hier auch sehr genau, welche Bereiche touristisch und schoen sind und welche nicht. Es gibt eine Strasse die durch die ganze Stadt verlaeuft, die Rivadavia, sie teilt die Stadt praktisch (nach Strassennamen) und faktisch weil der eine Teil reicher und schoener und der andere aermer und reine Wohngebiete sind, in zwei Teile.

Nach zwei Wochen habe ich bemerkt das ich mich beinahe nur in Ersterem bewegt habe. Fuer die Fotografie werde ich mich wohl noch mehr in die Grenz- bzw. Uebergangsbereiche bewegen, weil mich diese Uebergaenge und teils auch Gegensaetze faszinieren.

Einen Traum, zumindest einen kleinen habe ich mir erfuellt in dem ich mir ein Diabolo gekauft habe (wollte ich eigentlich vor dem Losreisen schon habe es aber nicht mehr geschafft) und jetzt damit in den Parks uebe.

Die Parks sind beinahe ueberall, oft Hundescheisse durchtraenkt - aber das sind auch die Strassen, aber die Parks sind vorallem auch die Herzen der Stadt. Hier treffen sich die Menschen, es gibt viele Staende, Kuenstler, Artisten, Musiker. Immer ist etwas los.
Wenn sich die Menschen in einem nicht zwingend kommerziellen und nicht privaten Rahmen begegnen dann hier.

Soweit meine erste Etappe von Eindruecken zu Buenos Aires, ich hoffe es war spannend zu lesen. Bald kommt auch noch der Bericht nach ueber Lima und die Busreise von Lima nach Buenos Aires, 3,5 Tage und 4000km durch Suedamerika, einmal vom Pazifik zum Atlantik an einem Stueck...

Es gruesst euch
und sendet alles Liebe
und Waerme, ein paar Grad weniger hier und es waere immer noch warm genug. Oder besser im Sinne des Klimas innere Waerme damit nicht noch mehr durcheinander kommt.

Abrazos (Umarmung) an alle die eine gebrauchen koennen

David

08.11.2006

Peru und endlich in Lima

Schon wieder melde ich mich.
Ich versuche gerade etwas kurzphasiger immer mal wieder ein paar Eindruecke festzuhalten fuer alle.
Leider bin ich gerade zu faul eine Rundmail zu schreiben, bzw. fand das Geschriebene nicht rumschickenswert.
Zuletzt waren wir in Puno. Jetzt haben wir beinahe eine Woche in Cusco verbracht.
Puno hat uns gleich mit seiner Haesslichkeit ueberzeugt, so dass wir planmaessig nur eine Nacht geblieben sind und dann weiter nach Cusco gefahren sind.
Cusco ist eine schoene Stadt, sie gilt als die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches (welches sich allerdings im 16.Jahrhundert mit dem Erscheinen der Spanier verabschiedet hat). Die Inkas nennen bzw. nannten Cusco auch Nabel der Welt.
Es ist schoen, mit alten Gebaueden und ganzen Strassenzuegen mit blaugestrichenen Fenstern und Tueren. Zugleich ist es wohl eines der Zentren des Tourismus ueberhaupt.
Das wirkt ein bisschen erschlagend. Und ich habe auch feststellen muessen das Cusco ein Fassadenstaedtchen ist, die Innenstadt ist nach aussen wahnsinnig schoen und ordentlich aufgemacht, doch sobald man aus einem rueckwaertigen Fenster schaut sieht man all das Kaputte, Chaotische usw.
Freitag waren wir auf dem Machu Pichu, irgendwie hat das ganze Inkagetue und die Ruinen schon was beeindruckendes, doch durch diesen Massentourismus hat es fuer mich ziemlich an Wirkung verloren und wirkte irgendwie platt. Es irritiert schlichtweg auch wenn ein Fuehrer in jedem zweiten bis dritten Wort den Begriff "Inka" verwendet, um zu ueberzeugen wie sehr Inka alles ist. Fuer mich hat dadurch viel schoenes und sicherlich auch interessantes einfach an Wirkung und Interesse verloren. Vielleicht weil ich gerne dazu neige, mich eher abgestossen zu fuehlen wenn etwas fuer die Massen ist und auch von den Massen willig besucht oder gemacht wird.
Und was hier einfach auch war, manchmal vermiessen Einem die Preise einfach auch den Spass an den Dingen. Die Zugfahrt zum Machu Pichu hat (120km je Strecke) 68 Dollar fuer Hin und Rueck gekostet, der Bus nochmal 12 Dollar und der Eintritt auch nochmal 15 bis 20 Dollar gekostet.... Und den ganzen Tag hat es geregnet.
Wenn gleich wir auch festgestellt haben das Nebel und Regen sehr gut zum Ort Machu Pichu passt hat es uns doch nicht recht gefallen so total nass zu werden - auch meine Kamera haette sich besseres Wetter gewuenscht. Durch meinen Studiausweis ist alles wenigstens etwas guenstiger.
Am vergangenen Donnerstag skypte mich auf einmal Borbeth an, sie - Arno und Borbeth - seien jetzt in Cusco. Die Freude war gross, wir haben uns zuletzt in Salvador auf der anderen Seite des Kontinents gesehen und verabschiedet. Bis wir am gestrigen Montagnachmittag endlich nach Limaaufgebrochen sind, haben wir die Tage mit in Cafes sitzen und uns ausfuehrlich unterhalten, Kochen in der Hostalkueche und vergleichbar schoenen Dingen verbracht. Es hat gut getan wieder einmal bekannte Gesichter zu sehen und sich ueber die Reiseerfahrungen austauschen zu koennen. Zumal ich Arnó und Borbeth schon zufaellig am frankfurter Flughafen getroffen habe und mit ihnen zusammen nach Suedamerika geflogen bin,damals wollten sie zuerst in den Sueden reisen - waehrend ich die Gegenrichtung vorzog so das wir nicht erwarteten uns zu treffen... Und da sag noch Jemand Suedamerika sei gross...
Gestern haben wir uns dann in einem Luxusbus von Cusaco geloest und sind nach Lima gestartet. Beeindruckend war zum Einen die andauernde Fahrt durch wuestenaehnliche Sandgegenden, zweitens der Anblick des Pazifiks und damit die Gewissenheit den Kontinent einmal durchquert zu haben und drittens mit Lima den (auf der Landkarte hoechsten Punkt unserer Planung erreicht zu haben). Natuerlich hat sich diese Faszination schnell mit der Tatsache des Daseins und damit mit den Anforderungen organisatorischer Dinge (Schlafplatz, Wie komme ich da hin und vorallem wie mache ich dem Taxifahrer sehr deutlich das er ein uebler Halsabschneider ist und ich seinen Preis nicht zahle) verbinden bzw.abfinden muessen.
Zuletzt muss ich eingestehen das ich schon ein bisschen reisesuechtig bin, d.h. erst wenn der Bus faehrt und ich bewegt werde (man koennte auch poetischer sagen "und ich in Bewegung bin", aber das stimmt waehrend der Busfahrten ja ueberwiegend nur innerlich). Schoen wenn die Landschaft an mir vorbeirauscht und ich merke wie unterschiedlich Suedamerika doch landschaftlich ist.
Nun zuerst werden wir wohl bis zum 21. November in Lima bleiben.
Heute habe ich mich seit langem mal wieder auf ein Fahrrad schwingen koennen (wie ich das seit Freiburg vermisst habe) und nicht mich bewegen lassen sondern mich selber bewegen. Natuerlich ist leider Lima nicht so das nettese Fahrradpflaster: hohe Bordsteine und gefaehrlichgefaehrliche Autofahrer und Autoabgase zum drinn Nichtmehrgesehenwerden.
Es gruesst euch bester Dinge
aus der Ferne
David

30.10.2006

Von krank nach Peru

So schon ein Weilchen ist es her seit dem ich mich zum letzten Mal zu einem Beitrag durchgerungen habe. Mittlerweile sind wir in Puno, auf der peruanischen Seite des Lago Titikaka.

Nach dem wir es geschafft haben der Krankheit und Cochabamba weitgehend den Ruecken zuzukehren haben wir zehn Tage im tollen La PAz verbracht.

La Paz ist nicht die Hauptstadt, aber der Regierungssitz von Bolivia.
La Paz liegt am Rande des Altiplano(=Hochebene) aber in einem Loch bzw. Tal. Man stelle sich vor eine 1,5Mio Stadt in einem Tal. An allen Haengen und ueberall wo gebaut werden kann, wird gebaut oder wurde gebaut. La Paz ist ein relativ anstregendes Klima weil, La Paz auf 3600metern zuhause ist.
Wir haben in einer leerstehenden Villa gewohnt, die farblich ganz in Rosa gehalten ist, so dass wir uns immer vorkamen wie in einem riesigen ueberdimensionierten Puppenhaus. Wir hatten das Haus ganz fuer uns (Claire und ich) alleine, jeder hatte sein eigenes Zimmer... Es war wie ein Zuhause haben, toll! (Wusste schon fast nicht mehr wie das ist)
Gekocht haben wir auf einer zweier Kochplatte die schon den Eltern von Rodrigo (ein Teilnehmer von Connectivity ueber den wir zu dieser Immobilie gekommen sind) in den 70ern gedient hat. Diese hat zuerst mal einen Kursschluss produziert, nach eigenhaendiger Reperatur haben wir nur noch mit isolierter Zange gekocht. Die Platten waren recht gemuetlich und wir hatten nur einen ueberschaubar grossen Topf, so dass wir uns jetzt sicher sind das Tueten- und Instantfutter ueberall gleich schmeckt. Ausserdem ist Avokado mit Salz auf Broetchen zu unserem Hauptnahrungsmittel geworden. Uebrigens in Boliven hat e s gutes Brot oder vielmehr Broetchen, manche erinnern fast an Ciabatta...

Ich habe dieses Land (Bolivien), in dem wir nicht einmal einen Monat waren echt moegen gelernt und werde zurueck kommen. Ich habe viel zuwenig gesehen und gelernt von Bolivien.

Allgemein merkt man hier in Suedamerika, das es gar nicht erschoepfbar ist hier zu reisen und neues zu entdecken. Das ich umso laenger ich hier bin merke, dass es immer mehr gibt was dafuer spricht irgendwann wenn die Moeglichkeit sich ergibt wieder einmal nach Suedamerika zurueckzukehren.

In den zehn Tagen in La Paz haben wir auch zwei Projekte besucht um einen Eindruck von dem zu bekommen was im Sozialen getan wird. Das eine Projekt war ein schreckliches Projekt gefuehrt von einer etwas herrschsuechtigen und hinterhaeltigen Oberschwester. Es war eine Einrichtung fuer Kinder von 1/2 bis zum Schulalter und es wirkte eher wie eine Aufbewahrungsanstalt als eine sinnvolle paedagogische Einrichtung obgleich der Platz und die Einrichtung das Potential fuer viel gute Arbeit geboten haette.
Das andere Projekt war eine Strassenkinderwohneinrichtung. Mit dem Ziel in familienaehnlichen Verhaeltnissen die Kindern in mehreren Stufen der Strasse zu entwoehnen und zu "resozialisieren". Obgleich es einen strafen und strengen Tagesablauf gibt (um den Kindern einen Halt zu geben), wirkte das Projekt schoener und freier als das Andere. DIe Kinder konnten spielen und sie hatten auch Raum dazu und man hatte den Eindruck das wirklich auf die Kinder eingegangen wird. Dies war eine schoene und ausgleichende Erfahrung zu dem ersten Projektbesuch.

Beeindruckt hat mich in La Paz das Gewussel. Der Autoverkehr, auf der Strasse sind beinahe nur Minibuse (etwas groesser als Vw-busse aber mit 14 Sitzen und wenig Beinfreiheit - ich bin zu gross fuer Bolivia), Taxis und Trufis (Taxis mit fester Route und Tarif). An Werkt agen ist die ganze Innenstadt verstopft mit Autos, es ist ein einziges Gehupe und Gehuste (wegen der Abgase). Alle diese Minibuse haben eine Person die dafuer sorgt das der Bus voll wird und jeder bezahlt. Diese Person haengt oft wie ein Marktschreier aus dem Fenster des Busses und plaert die Ziele dieses Minibuses in die Gegend. Es ist ein heilloses Chaos auf den Strassen, jeder schneidet den Anderen und wechselt nach Gutduenken die Spur. Hauptmittel ist die Hupe, dennoch habe ich hir nicht einen Einzigen Unfall gesehen. Ich habe den Eindruck das Chaos "funktioniert" besser als unsere europaeischen Ordnungen auf die wir uns viel zu oft zu blind verlassen.

Eine kurze Beschreibung will ich dem Strassenueberqueren widmen, es gibt verschiedene Moeglichkeiten:
a)Entweder man wartet ewig, bis sich mal eine grosse Luecke bildet oder tatsaechlich mal eine Ampel rot wird um dann gemuetlich die Strasse zu ueberqueren.
b) Man steht erst verzagt an der Strasse, wagt sich dann vor um sofort wieder zurueck zu weichen. Um entweder zu Methode a) ueberzugehen oder eine der folgenden zu nutzen.
c) Eine kleine Luecke abwarten und rennen so schnell es geht.
d) Spurweise vorarbeiten, und zwischen den fahrenden Autos zu warten bis die naechste Luecke auftaucht, die entweder Methode a) oder c) zulaesst. Bei d) ist jedoch mit Komplikationen zu rechnen da nicht immer viel Platz zwischen zwei Autos bleibt oder mit Spurwechsel der Autos zu rechnen ist.

Etwas das ich in Bolivien auch liebgewonnen habe ist das Handeln. Eine Realitaet ist das es in wenigen Bereichen nur so etwas wie Festpreise gibt. Natuerlich gibt es grosse Supermaerkte wo man sich brav an der Kasse verhaelt wie in Deutschland auch... Aber vieles kann man auf der Strasse kaufen. Und da sind die Preise meistens fuer Gringos etwas hoeher angesetzt.
Hier eine kleine Beschreibung des Handelns (die ich neulich in einer Email geschrieben habe: )
Werde wohl mir eine Haengematte kaufen, kann es nicht lassen. Und man kann mit denen handeln, wenn man es mal ein bisschen raus hat, macht das sogar spass. Man fragt erst, dann sagt man den Preis den man selber zahlen will. Darauf sind die Haendler natuerlich erstmal empoert, weichen gar nicht oder nur geringfuegig von ihrem Preis ab.
Oder sie sagen gleich, alla weil du es bist nicht so und soviel sondern nur so und soviel.Man bewegt sich so auf einander zu. Wenn sie nicht mitmachen, kann man auch so tun als sei man doch nicht interessiert, meistens schmeissen sie einem dann noch einen Preis hinterher, manchmal sogar den den man versucht hat... Heute haette ich zum Beispiel eine Haengematte fuer 85 statt 120 Bolivianos , also 8,5 eur statt 12 bekommen keonnen. Manchmal handelt man auch nur um rauszubekommen was geht. Nachtrag: ich habe eine Woche spaeter eine Haengematte fuer 8 Euro gekauft und habe jetzt mehr Gepaeck... Einen Tag haben wir regelrechtes P owershopping veranstaltet, auch im Auftrag, ein Packet musste dann erstmal seinen Weg gen Europa nehmen.

Am 27. sind wir frueh von La Paz zum Lago Titikaka gefahren. Mit dem Bus etwa drei Stunden. Das heisst erstmal war natuerlich wieder Handeln um Buspreise angesagt, fuer diesen drei Stunden Trip zahlen wir schliesslich zehn statt fuenfzehn Bolivianos, laecherliche Betraeg letzten Endes, aber man gewoehnt sich an die Preiskategorien und geht damit um.

Abgesehen davon das Copacabana sehr touristisch ist, ist es schoen. Nur leider sobald die Sonne weg ist auch total kalt weil es auch auf 3800 Metern liegt. Der Lago Titikaka, ist riesig um nicht zu sagen gigantisch. Wie ein Meer in den Bergen.
Gleichzeitig groesstes Gewaesser Suedamerikas, hoechster beschiffbarer See und groesster See ueber 2000m ueberhaupt...
Copacabana hat mich wieder mal so geschockt weil so viele Touristen auf einem Haufen sind und man das Gefuehl bekommt alles ist nur fu er die Touristen gemacht, zwar gab es auch in La Paz sehr viele Touristen aber es hat sich nicht so angestaut wie in einer kleinen Stadt wie Copacabana. Es wirkt alles so unaufrichtig, wenn man das Gefuehl bekommt alles sei nur fuer die Touristen. Es ist jene Sphaere die viele Pauschaltouristen wohl als einzigen Eindruck von einem Land mitbekommen duerften.

Was mich auch mal wieder irritiert hat, dass es viele Touristen gibt die ein Markierungsverhalten, wie Tiere die ein Revier markieren muessen, aufzeigen: Beispielsweise durch Sinnlose "Otto aus Ladia war hier am so und so vielten Tollen des Soundsojahres". Dies ist nicht nur sehr stoerend sondern zerstoert auch Orte die ursprunglich mehr als nur Touristenanlockerfunktionen hatten. Soviel zu nachhaltigem Tourismus...

Wir haben die Isla del Sol besucht, angeblich der Geburtsort der Sonne (nach Inkasage) besucht. Das was man als Eindruck bekommen konnte von dem was hier gelebt haben sol und gewesen sein soll war leider etwas aermlich. Allerdings war einfach die Insel als solche und die Wanderung ueber die Insel vom Nord- zum Suedende ueber viele Berge und Hoehen sehr beeindruckend und schoen. Und die Aussicht war wunderbar, obgleich es auch ziemlich kalt und windig war.

Natuerlich auch anstrengend, die Hoehe setzt, mir, uns, allen die es nicht gewoehnt sind doch ganz schoen zu. Es auessert sich in viel Schlafbeduerfnis (Minimum acht Stunden), manchmal Kopfschmerzen, Atemlosigkeit nach wenigen Minuten leichter Anstrengung und bei mir manchmal durch das Gefuehl wenig Luft zu bekommen.
Ein halbes Bier merke ich schon deutlich und zwei Cuba Libre geben mir den Rest...

Heute sind wir also von Bolivien nach Peru gefahren, etwa drei Stunden, nun also keine Bolivanos mehr sondern neue Sonnen (nuevo sol, peruanische Waehrung). Gestern sind wir in einem Umzug mit traditionellem Tanz und Musik geraten, ich fande mich auf einmal ein e Perufahne schwenkend in der Menge wieder. Nach dem ich diese Fahne erstmal in der Hand hatte bin ich sie fast nicht wieder losgeworden...
Somit bin ich mit dem Handlungsstrang am Ende der Erzaehlung angekommen,in Puno.

Zum Schluss noch ein Wort, was ist das Unzuverlaessigste was es gibt?
Mein Tipp Kindergeld...
So drehen sich gerade ziemlich viele Fragen um Finanzierung und wie weiter reisen.
Wenn jemand zufaellig einen Geldscheisser oder vergleichbaresrumstehen hat, kann er ihn ja mal bei mir vorbei schicken. Bei Bedarf kann ich auch eine genaue Adresse per Post oder eine Bankverbindung zukommen lassen... :-)


Gruesse in die Welt.
David

15.10.2006

Giardia intestinalis laesst gruessen

Wir sind noch immer in Cochabamba und wollten eigentlich schon seit Tagen in La Paz sein. Sind aber aufgrund Erkrankung an einem Magen-Darminfekt in Cochabamba haengen geblieben. Die Wesen, haben diesen tollen Namen Giardia intestinalis und gehoeren wohl zur Gruppe der Lambien. Man bekommt sie ueber verunreinigtes Wasser und da die Inkubationszeit eine bis zehn Wochen betraegt, ist es ziemlich schwer nachzuvollziehen woher wir dieses zweifelhafte Vergnuegen haben.
Wen diese Wesen interessieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Lamblien
Wir verbingen alle viel Zeit auf dem Klo, was bei vier Personen mit diesem Verhalten zeitweise zu Komplikationen fuehrte... Das mieseste sind fuer mich die seit eineinhalb Wochen anhaltenden Bauchschmerzen. Mehr Details seien allen erspart.
Zur Reanimation unserer Selbste duerfen wir Antibiotika schlucken und ganz viel trinken. Es wird wohl leider noch einige Tage dauern bis wir los- bzw. weiterkommen.

10.10.2006

Berufswahl? und Fragen

Auszuege aus einer E-Mail die ich neulich auf Nachfrage verfasst habe:

Meine Plaene bezueglich Zukunft sind sehr in Bewegung um nicht zu sagen, ich weiss gerade mal wieder ueberhaupt nicht was ich will. Einige Ideen und Moeglichkeiten habe ich.

Eine eher Idee aus Interesse war, wenn ich wiederkomme ein Semester neue Geschichte zu studieren, in Hessen gibt es im Fruehjahr noch keine Studiengebuehren. Erst zum Winter...

Ansonsten gab es ja die Idee die Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher zu machen, deren theoretischer Teil, neun Blockwochen pro Jahr in Kirchheim/Teck bei Stuttgart stattfindet, und fuer dessen praktisachen Teil ich mir nur noch eine Ausbildungsstelle suchen muss, die allerdings ueberall liegen kann. Nur sollte es halt so sein, dass man zumindest fuer die Wochen ohne totale Probleme anreisen kann, zum Beispiel ueberall innerhalb Bawues. Ich habe Freiburg da schon noch im Blick, andererseits waere Stuttgartnaehe nett weil Josephine jetzt gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester anfaengt in Boeblingen. Fuer den theoretischen Teil habe ich einen Ausbildungsplatz sicher fuer naechsten Herbst wenn ich will.

Dann ist mir gerade die Arbeit mit Behinderten wieder naeher, so dass ich sowohl nachdenke ueber ein Sonderschulstudium als auch ueber Heilerziehungspfleger...Allerdings ist es vom Jugend- und Heimerzieher recht einfach auch mit Behinderten zu arbeiten oder sich entsprechend weiterzubilden, falls es nur das sein soll. Weil ich habe so das Gefuehl wenn man mal auf Behinderte spezialisiert ist man sich sehr stark irgendwo eingenischt hat.

Mit der Ausbildung im sozialen Bereich gibt es dann viele Moeglichkeiten ein Studium im sozialen Bereich anzuschliessen. Dort braucht man ohnehin fuer vieles eine Ausbildung als Studienbedingung. Eine Idee ist Management im Sozialbereich...

Eine ganz andere Idee, Wirtschaft zu studieren. Allerdings nicht irgendwo, sondern auf der Alanus Kunsthochschule, die haben einen akkreditierten (schreibt man das so?) Wirtschaftstudiengang mit Kunstanteil und einem Studium Generale. Und das ganze ist praxisintegriert, dass heisst man arbeitet von Anfang an in Partnerunternehmen der Hochschule, das sind unteranderem Dm, Alnatura, aber auch ganz normale Unternehmen wie l`oreal die Shampoomarke etc... Ist nur leider mit 700 eus pro monat etwas teuer. Auch wenn man natuerlich durch das Arbeiten auch gleich was verdient.

Ich mag mich einfach gerade noch nicht mit der Tatsache anfreunden, mich fuer mein Studium bzw. Ausbildung voll verschulden zu muessen.

Geschlechtsorgan oder Bolivia, mal wieder ausfuehrlich und wie sich Plaene aendern koennen oder auch zurueck zu den Urspruengen...

Hola,
Ein seltsamer Betreff fuer (m)eine Rundmail, das mag sein. Doch bin ich diesem Wort in meinem spanisch-deutsch Woerterbuch sehr oft begegnet, weil es oben auf einer Seite steht und ich in letzter Zeit Woerter in der Region f, g und h nachgeschaut habe und jedes Mal ueber diese Seite gestolpert bin...
Nunja, das letzte Mal als ich einen ausfuehrlichen Beitrag und Rundmail angegangen habe, war ich in Salvador (da brauchte ich das Spanischwoeterbuch noch nicht). Ich war voll mit allgemeinen Fragen wie will ich reisen. Wie macht man das richtig wie falsch. Nun sind wir schon ein ganzes Stueckchen weiter, dabei sind die Fragen natuerlich nicht verschwunden. Sie begleiten mich staendig und durch viele E-Mails habe ich neue Anregungen bekommen und tolle Ermutigungen und Beschreibungen was den schon gereisten Personen diese Zeit bedeutet hat. Und ich habe sogar die Aufforderung erhalten doch zu all diesen Fragen ein Buchprojekt zu starten mit lauter Statements von schon Gereisten oder Reisenenden. Ich habe schon soviel Feedback allein nur durch meine E-Mail erhalten das da schon eine Menge Material dabei waere. Und es waren vielmehr unverkrampfte Antworten als wenn ich vielleicht eine Aufforderung fuer ein Buchprojekt geschrieben haette. Mal sehen. Schreibt mir weiterhin eure Gedanken zum Reisen, ich nehme sie mit auf meinen Weg. Ich werde natuerlich keinerlei E-Mailinhalte verwenden ohne zu fragen. Noch moege sich keiner nun in dem eingeschraenkt fuehlen was er mir schreiben mag und was nicht. Ich sehe es eher als Experiment, was alles entsteht in der Reisezeit.

Ein paar Feststellungen zu mir:

Ich merke oft wie anstregend das Reisen ist und wie schwer es gerade fuer mich ist, irgendwo im Nichts zu sein und auch nicht recht zu wissen was als Naechstes sein wird oder wo ich wie lange bleiben werde. Ich merke mal wieder wie sehr ich das Planerische mag und auch brauche, dieses Wissen um wo ich hinkomme, Was mich dort erwartet, Wie lange ich dort sein werde, aber auch was ich an Ort und Stelle Tun kann.

Ich merke das Reisen viel komplexer ist, als die Frage nach dem wie? (Das Wie - die Hauptfrage meiner letzten E-Mail - beinhaltet mehr die Frage nach dem Rahmen, zum Beispiel nach der Geschwindigkeit, den Stationen, den Verkehrsmitteln, des Reisebudgets was man bereit ist fuer Dinge aufzubringen…)

Ja da ist aber auch immer wieder die sehr persoenliche Frage nach dem Warum und dem Was.

Dies bezieht sich fuer mich auf die Fragen die ich habe, es ist immer auch die Frage nach den Gruenden. Diese Frage geht viel weiter und tiefer als das Wie. Das Wie ist mehr eine organisatorische Frage oder eine Frage des Geschmacks. Natuerlich ist die Frage des Warums nicht von der des Wies zu loesen. Jedoch ist das Warum mehr die Frage nach meiner ganz inneren Motivation. (Ich hoffe ich werde nicht zu allgemein in meinen Abhandlungen).

Was motviert mich zu reisen ?

Auch das ist keine einfache Frage. Sie oder vielmehr die Antwot ist so vielschichtig :

Natuerlich will ich etwas Neues kennenlernen. Will mich zeitweise oder auch ganz aus gewissen gewoehnten Rahmen loesen. Zu leben in Freiheit, zu tun und zu lassen was ich will.

Umso laenger ich ueber diese Antworten nachdenke, umso mehr muss ich sagen das es viele Illusionen sind. Vielleicht ist es einfacher zu tun und zu lassen was man will, wenn man einmal weit weg ist von dem was man als die alltaegliche Sphaere bezeichnen kann. Gerade ich, der ich durch haeufiges Umziehen mit Schulwechsel, schon hauefig das Erlebnis einer voellig neuen Umgebung erlebt hat, muss feststellen: Wir sind was wir sind. Mit unseren Schwaechen aber auch all unseren Potentialen. Oder deutlicher, ich bin ich!

Ein Wechsel der Umgebung oder dessen was ich tue, wird mich doch wieder "nur" mit mir selbst konfrontieren. Mit mir in all meinen Facetten. Natuerlich, ist es so, dass eine neue Umgebung mir einige neue Facetten meinerselbst spiegeln wird. Meine Umgebung wird mir aber auch immer wieder spiegeln was ich bin und was ich schon von mir weiss. Dies ist keinerlei negativ, auch wenn es mir leicht faellt es als negativ aufzufassen, weil ich fuer mich die Illusion aufrecht erhalte gewissen Dingen, persoenlichen Konflikten zum Beispiel durch einen neuen Kontext zu entgehen oder vielmehr ihnen entgehen zu koennen. Dies ist jedoch eine grosse Selbstluege mit der ich mich immer wieder gerade auch beim Reisen konfontiert sehe. Ich bin ich!

Fuer mich ist die grosse Herausforderung beim Reisen genau mit dieser Realitaet umzugehen. Mir zu sagen: Ich bin ich.

Die Konsequenz ist fuer mich: Was ich nicht tue in meinem alltaeglichen Leben werde ich auch an einem Platz, in einem anderen Kontext nicht tun oder sein.

Ich glaube das Wichtige und zugleich schwierige beim Reisen ist diese Bewusstseinsarbeit. Und wenn es nicht zu generalisieren ist, so mag dies zumindest fuer mich gelten.

Sicherlich kann ich immer und ueberall genug Dinge finden um mich von mir selber abzulenken. Vielleicht ist das Reisen eine gute Moeglichkeit, gerade in einem so riesigen Kontinent, all die potentiellen Wege und Lebensweisen zu erkennen. Aber eben auch die Moeglichkeit mit dieser zeitweisen inneren Leere und Weite konfrontiert zu werden, die imgrunde nichts anderes als meine Freiheit oder die Unfaehigkeit mit ihr (meiner Freiheit) umzugehen, darstellt.

Was ist also das Reisen, nichts anderes als eine weitere Etappe im Leben und somit voellig belanglos bzw. nicht wichtiger als andere?

Nein ich glaube nicht, das Reisen ist vielmehr die Moeglichkeit fuer mich, mich in einem offeneren Rahmen selbst neu kennenzulernen. Mir, mit Distanz zu Vielem was mir ortsgebunden wichtig ist, meiner und dessen Rolle bewusst zu werden.

Und vielleicht fuer viele Dinge aus der Distanz ein ganz neues Qualitaetsempfinden zu entwickeln.

Es ist manchmal ein bisschen wie durch ein farbliches Zoomobjektiv auf das eigene Ich und die eigene Lebensrealitaet zu schauen. Ich kann alles ganz nah oder ganz fern in einem neuen Licht sehen. Das Tolle fuer mich ist die Moeglichkeit diese Distanz einnehmen zu koennen, aber sie auch jeder Zeit aus eigenem Willen oder Interesse verringern zu koennen.

Einige haben an meiner letzten Rundmail kritisiert das sie nicht besonders persoenlich gewesen sei. Dazu moechte ich nur sagen, dass es fuer mich persoenlich ist ueber diese Gedanken zu schreiben. Vielleicht mag es Einigen missfallen das ich keine lebendigen Erlebnisberichte schreibe. Dies tue ich auch, nur ist mir nur dafuer oft die Zeit zu schade all diese Erlebnisse am Computer festzuhalten, da ich sie ohnehin handschriftlich festhalte und gerne nach Rueckkehr bei Interesse daran teilhaben lasse und erzaehlen werde. Fuer mich ist neben all diesen kleinen Erlebnisse die immer nur Beispiele fuer viele andere sein koennen, die Essenz des Reisens eben die Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Ich hoffe und freue mich wieder ueber viele Reaktionen.

Es gruesst ganz herzlich.

David

... der sich seit etwa einer Woche in Bolivien befindet. Nachdem wir Freitag vor einer Woche in Irece, dem kleinen Ort in Brasilien wo wir beinahe zwei Wochen waren, aufgebrochen sind, waren wir beinahe eine Woche mit Bussen unterwegs, bis wir in Santa Cruz Dienstagnacht angekommen sind. Von dort aus sind wir vergangenen Freitag weiter nach Cochabamba gefahren ueber Nacht, von hier aus werden wir wohl Mittwoch Morgen, also Morgen weiter reisen nach La Paz.

Insgesamt sieht der Plan (nach einigem wiederholtem Hin und Her) so aus, dass Claire und Ich (wir werden uns zu meiner Freude hiermit wohl endgueltig aus unserer drei-Maedchen-ein-Junge-Reisegruppe loesen) langsam nach Lima hochreisen und dann Ende November oder Anfang Dezember, vielleicht auch etwas frueher in einem Megaakt mit Bus nach Buenos Aires durchziehen (etwa drei Tage Busfahrt). Ehe Claire und ich uns trennen, weil Claire zurueck nach Deutschland fliegt von Sao Paulo und ich noch etwa zwei Monate zum Bleiben und alleine Reisen haben werde.

Ansonsten sei noch allen zu sagen, dass ich es sehr geniesse nun im Spanischsprachigen angekommen zu sein und ich somit endlich daran anknuepfen kann, womit ich in Freiburg beim Spanisch lernen vor meiner Reise schon begonnen habe.

Fuer all die Anekdotenfreunde und alle die mehr lesen wollen, sei einmal mehr die Empfehlung ausgesprochen oefters mal auf meinem Blog unter www.dawide.de.tc vorbei zuschauen. Dort ist auch immer ersichtlich wo ich mich gerade aufhalte.

Fuer die jenigen die es interessiert, wo all diese Orte liegen und wie die Reiseroute aussieht, denen kann ich eine Karte zumailen.

Meldet euch weiterhin, ich freue mich ueber jede Mail und ich antworte auch wenn es manchmal ewas dauert.

Um zum werten Schluss all dieser Formulierungen zu kommen:

Herzliche Gratulation an all die, die es bis hierher im aufmerksamen Lesen geschafft haben!!


05.10.2006

Bolivia, Santa Cruz

Endlich sind wir in Bolivien,
dafuer haben wir die letzten vier Tage in diversen Busen verbracht.
Bald mehr, erstmal geht Santa Cruz kennenlernen vor.

25.09.2006

Begegnungen

Neulich in Salvador,
sind wir zufaellig Vanessa ueber den Weg gelaufen. Mit ihr haben wir gemeinsam zwei Tagungen organisiert. Ich kenne sie seit fuenf Jahren.
Beeindruckt hat mich an dieser Begegnung, weil mir wieder einmal bewusst geworden ist was Begegnungen potentiell enthalten. Somit ist dies ein Appell an mich sich selbst den Menschen offen zu begegnen und denn man weiss nie wer einem da begegnet und welches Potential diese Begegnung wohl beeinhalten mag...

23.09.2006

Ein paar beeindruckende Zahlen

Bei meiner Suche habe ich heruasgefunden, dass
allein Brasilien (8.514.215 qkm) mit seiner Flaeche 4/5
der Flaeche ganz Europas (10.532.000qkm) einnimmt.

Und Brasilien (8.514.215 qkm) ist 23,86 mal groesser
als Deutschland (357.050qkm).

Das duerfte vielleicht ein bisschen klarer machen was reisen in Brasilien bedeutet


Alle Angaben stammen von wikipedia. http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite

Karte

Habe eine Karte mit der Reiseroute die wir bisher zurueck gelegt haben, aus Rechtschutzgruenden werde ich sie nicht auf dem Blog verlinken, wer daran interessiert ist dem kann ich sie mailen.

22.09.2006

Canarana und Geburtstag

So seit Montag Vormittag (18.September) sind wir bei Falcao, einem Capoeirista und dem Gastbruder von Claire.
Der Ort in dem wir sind heisst Canarana, im Landesinneren in der Naehe von Salvador (Naehe heisst hier achteinhalb Stunden Busfahrt...)
Canarana ist ein wirklich kleiner Ort, wir sind wohl die ersten deutschen oder ueberhaupt europaeischen Besucher (beziehungsweise Touristen?) hier. Jeden falls haben uns die Einwohner angeschaut als wuerden sie sich fragen was wir hier eigentlich wollen. Und auch wir haben uns das gefragt. Doch ist gerade dieses nicht in einem Bereich zu sein der sehr auf Touristen eingestellt ist sehr angenehm. Es macht es moeglich einfach mal an einem Ort zu sein, nicht in die Rolle des nicht integrierten Touristen zu haben.
Natuerlich sind wir hier Gaeste und wahrscheinlich auch Touristen.
Doch habe ich das Gefuehl, das dadurch, dass wir hier bei einem Einheimischen sind und das Dorf so ist das die meisten sich kennen, ein anderes Hiersein moeglich ist. Ich habe das Gefuehl den Menschen naeher zu sein und ihn anders begegnen zu koennen. Auch wenn mein Portugiesisch immer noch jaemmerlich ist...

Soviel zum Ort, wir wohnen bei Falcao in einem sehr schnuckeligen Haueschen, es ist zwar sehr klein und doch gibt es alles was man zum Leben braucht. Es spielt sich hier vielmehr des Lebens draussen ab - Das Wetter macht dies allerdings auch moeglich.

Am 19. bin ich mit Falcao mit dem Motorrad zu seinem Capoeira Maestre gefahren, die ganze Fahrt und Vorbereitung war ein kleines Abenteuer. Zunaechst musste ein Motorrad ausgeliehen werden, dann musste der Sprit noch organisiert werden. Man kann ihn natuerlich auch an der Tankstelle kaufen aber das ist doch recht teuer, da ein Liter etwa umgerechnet einen Euro kostet. Er hat aber Kontakt zu einem in der Stadtverwaltung von ihm bekommt er immer mal wieder zwei bis drei Liter. Allerdings war das Buero schon geschlossen so das er ihm das Benzin nicht heute geben konnte. Doch er hat versprochen es ihm zu geben, also mussten die drei Liter Sprit erstmal von Jemandem anderen ausgeliehen werden damit man sie dann spaeter zurueck geben kann.
\nAls wir unseren Sprit hatten konnten wir endlich los, fuer die Strecke von 40 Kilometer benoetigten wir 1,5 bis 2 Stunden. Weil wir nicht auf einer asphaltierten Strasse gefahren sind, sondern auf sandigen Wege, die teilweise so huckelig waren, dass abschittsweise nur ein Fahren im Schritttempo moeglich war. Die Landschaft hier ist sehr trocken und ganz anders als an der nur neun Stunden entfernten Kueste. Ich bin gespannt wie es wird wenn wir weiter Richtung Bolivien vordringen werden. Die Hitze stand, so dass auch die Fahrt mit dem Motorrad keine richtige Abkuehlung gebracht hat. Auf dem Rueckweg bin ich zeitweise gefahren und uns ist noch der Sprit ausgegangen. Obwohl wir nochmal (einen Liter) getankt haben. Zum Glueck sind wir durch eine kleine Siedlung gekommen und dort haben uns Leute ein bisschen Sprit geschenkt, so dass wir zureck bis Canarana fahren konnten. Der Sprit musste natuerlich mit dem Mund angesaugt durch einen Schlauch aus dem Roller von den Leuten in das Motorrad umgefuellt werden... Abends waren wir erst baden und haben dann sehr schoen und muede (die Sonne setzt uns hier doch sehr zu...) in meinen Geburtstag mit einem tollen Essen hineingefeiert. Morgens gab es nach dem Ausschlafen ein tolles Fruehstueck, mit Pfannkuchentorte, Ruehrei und ganz vielen anderen leckeren Dingen. Und natuerlich einer riesigen Wassermelone. Ansonsten ist der Tag gemuetlich verstrichen, abends haben wir einen Ausflug zum Internetcafe gemacht. Dort gab es neben tollen Geburtstagsemails einen kleinen Schock, denn jemand hat von Claire Skypeaccount zwei brasilianische Connectivitymitorganisatorinnen angerufen und ihnen errzaehlt wir waeren ausgeraubt worden und haetten kein Geld mehr und brauechten Geld.. Sie sollen ihm 600 R$ ueberweisen damit wir die Busfahrt zurueck nach Sao Paulo bezahlen koennten, sie haben ihm 300 R$ ueberwiesen (etwa 100 Euro), denn er hat ihnen auch noch erzaehlt das auch all unsere Bankkarten etc. geklaut seien... Dann hat Claire ihren Bankaccount gecheckt und ein Minus entdeckt... Allerdings hat sich das gluecklicherweise als ein gebuchter und nicht wie angedacht stornierter Flug erwiesen und nicht auch als Diebstahl und Betrug...

Als wir unseren Sprit hatten konnten wir endlich los, fuer die Strecke von 40 Kilometer benoetigten wir 1,5 bis 2 Stunden. Weil wir nicht auf einer asphaltierten Strasse gefahren sind, sondern auf sandigen Wege, die teilweise so huckelig waren, dass abschittsweise nur ein Fahren im Schritttempo moeglich war.
Die Landschaft hier ist sehr trocken und ganz anders als an der nur neun Stunden entfernten Kueste. Ich bin gespannt wie es wird wenn wir weiter Richtung Bolivien vordringen werden.
Die Hitze stand, so dass auch die Fahrt mit dem Motorrad keine richtige Abkuehlung gebracht hat. Auf dem Rueckweg bin ich zeitweise gefahren und uns ist noch der Sprit ausgegangen. Obwohl wir nochmal (einen Liter) getankt haben. Zum Glueck sind wir durch eine kleine Siedlung gekommen und dort haben uns Leute ein bisschen Sprit geschenkt, so dass wir zureck bis Canarana fahren konnten.
Der Sprit musste natuerlich mit dem Mund angesaugt durch einen Schlauch aus dem Roller von den Leuten in das Motorrad umgefuellt werden...

Abends waren wir erst baden und haben dann sehr schoen und muede (die Sonne setzt uns hier doch sehr zu...) in meinen Geburtstag mit einem tollen Essen hineingefeiert. Morgens gab es nach dem Ausschlafen ein tolles Fruehstueck, mit Pfannkuchentorte, Ruehrei und ganz vielen anderen leckeren Dingen. Und natuerlich einer riesigen Wassermelone. Ansonsten ist der Tag gemuetlich verstrichen, abends haben wir einen Ausflug zum Internetcafe gemacht. Dort gab es neben tollen Geburtstagsemails einen kleinen Schock, denn jemand hat von Claire Skypeaccount zwei brasilianische Connectivitymitorganisatorinnen angerufen und ihnen errzaehlt wir waeren ausgeraubt worden und haetten kein Geld mehr und brauechten Geld.. Sie sollen ihm 600 R$ ueberweisen damit wir die Busfahrt zurueck nach Sao Paulo bezahlen koennten, sie haben ihm 300 R$ ueberwiesen (etwa 100 Euro), denn er hat ihnen auch noch erzaehlt das auch all unsere Bankkarten etc. geklaut seien... Dann hat Claire ihren Bankaccount gecheckt und ein Minus entdeckt... Allerdings hat sich das gluecklicherweise als ein gebuchter und nicht wie angedacht stornierter Flug erwiesen und nicht auch als Diebstahl und Betrug.

Was gibt es hier noch aus Landleben?
Obst, Mango, Limao, Kokosnuesse vom Baum, Zuckerrohr, einen Laden in dem man nur Wassermelonen kaufen kann.... Gekos an Baeumen und Kroeten vom Format eines kleinen Hasens, ausserdem viele Muecken und grosse Spinnen. Nach wie vor begeistert und entspannt
gruesst David

16.09.2006

Mal wieder ein Eintrag jetzt aus Reiseperspektive

Liebe Leute alle, gross und klein und vorallem nah und fern....
Jetzt versuche ich mal wieder mich an einem Beitrag zu meinem Blog und zu einer ersten wirklichen Rundmail.

Manchmal frage ich mich, habe ich was zu erzaehlen oder nicht? Und manchmal da ich schon ein Weilchen unterwegs bin denke ich vieles von dem was ich erlebe - obwohl ich immer wieder viel neues erlebe - ist gar nichts besonders oder unnormales. Die Reiserealitaet wird zur Normalitaet.

Und aus einer tiefen eigenen Unsympathie gegenueber Rundmails neige ich sie zu unterlassen, um sie dann irgendwann doch zu schreiben...

Warum tut man das? Will oder muss man sich selber zur Schau stellen - koennte man ja denken... Ist sicherlich auch berechtigt!

Nur vorallem erlebe ich mittlerweile, dass es zumindest fuer mich eine grosse Besonderheit ist zu reisen, auch wenn es mir nicht ganz leicht faellt, und das so viele Leute fragen was ich denn tue und erlebe. Ich aber auch bemerke schon gar nicht mehr zu wissen wem ich was schon erzaehlte oder vielmehr mailte und was nicht. Und einfach auch nicht die Zeit habe bzw. nicht soviel Zeit in tollen Internetcafes verbringen kann und will um jedem Alles zu erzaehlen.

So meine Resolution, vorallem auf meinem Blog und in wenigen Rundmails zu versuchen einigermassen fuer Alle zu schreiben was ich so erlebe oder was mich bewegt oder was ich fuer ich reflektierenswert halte. Vielleicht auch immer mal wieder kuerzere gezielte Beitraege zu einzelnen Themen.
Persoenliche Mails wird es wohl immer geben und soll es auch!!! Ich freue mich immer sehr und gerade in der letzten Zeit haben sie mich auch sehr getragen. Dankeschoen, es ist schoen zu sehen das einige Kontakte und Freunde sich in Bestaendigkeit beweisen! Es hat mir in der letzten Zeit geholfen, wo ich gemerkt habe wie sehr man auf einmal potentiell im Nichts steht wenn man reist.
Bis ich los bin nach Brasilien und auch bis ich wirklich losgereist bin, war es nie eine Frage (hier sollte ein Doppelpunkt stehen nur die Tastatur gibt keinen her)
Reisen wie macht man das eigentlich? Vorher war immer klar, man tut es einfach.
Jetzt bin ich ein Stueck weiter, ich bin mit Claire vor bald drei Wochen losgereist, zunaechst noch eine Woche zusammen mit Inga, Anna, Olga und auch Lena. Dann ab Rio mit Claire alleine. Es ist noch alles gar nicht so lang und es kommt mir doch schon wie eine Ewigkeit vor.

Hier nochmal ein kleiner Ueberblick ueber die bisherige Reiseroute
(da ich nicht weiss wer auf welchem Stande ist, geklammerte Orte waren geplant)
Sao Paulo, Parati, Rio de Janeiro (bis hier mit grosser Gruppe)
Belo Horizonte, (Vitoria), Ilheus, Salvador, Morro de Sao Paulo, Salvador

Schon nach drei Wochen unterwegs sein habe ich gemerkt wie sehr man sich im Reisen verlieren kann. Besonders in einem solch riesigen Land (hier sollte mal wieder ein Doppelpunkt stehen wenn die Tastatur einen hergaebe) Wir haben in diesen drei Wochen Distanzen zurueckgelegt (etwa 2500km) die in Europa dazu gefuehrt haetten schon laengst in einem anderen Land zu sein, ja beinahe am anderen Ende von Europa angelangt zu sein... Und hier hier bewegen wir uns immer noch im selben Land, einfach nur ein Stueckchen weiter... Es sind Groessenmassstaebe die zu fassen ziemlich viel Zeit benoetigen und nicht zuletzt auch viel Zeit benoetigen um sie zu ueberwinden. Wir werden soweit momentan die Planung gegen Anfang Oktober gen Bolivien starten und um nicht ewig zu brauchen uns einen vierzigstuendigen Bustripp goennen. Und selbst dann werden wir Brasilien noch nicht ganz hinter uns gelassen haben.

Zurueck zur Frage wie reist man?
Bleibt man ueberall nur so lange wie noetig, sprich bis man alle oder die wichtigsten Touriattraktionen gesehen hat? Was fuer eine Verbindung kann man zu einem Ort aufbauen wenn man kaum das man angekommen ist weiterreist. Oder heisst reisen manchmal bleiben um was ganz anderes zu tun? Man kann auch nur reisen, aber was sieht man dann von der Lebensrealitaet der Menschen?
Kann man mehr sein als ein Tourist wenn man nur oberflaechlich einem Ort begegnet wie man es in zwei oder gar einem Tag nur kann?
Aber wie es besser machen wenn ein Land so gross ist und die zu sehenenden Orte soviele sind...

Wir haben uns erstmal ziemlich auf schnelles Reisen konzentriert, sind an vielen Orten nur ein, oder zwei Tage geblieben und bis auf Rio und jetzt in Salvador bisher nie mehr als drei Tage geblieben. Das Resultat war fuer mich das Gefuehl sich verloren zu fuehlen, weil man ueberall war und doch nirgendwo richtig ankommt. Ausserdem habe ich ganz schnell so etwas wie eine Saettigung verspuert, kein Interesse oder besser gesagt keine Interessensresscourcen mehr zu haben um neues aufnehmen zu koennen. Unsere erste Gegenmassnahme ist sich auf weniger Orte zu reduzieren und gleichzeitig an den wenigen Orten zu versuchen ewas laenger zu bleiben und zwischendurch immer mal wieder laengere Strecken mit dem Bus zu machen. Das gibt einem zumindest nachher auch das Gefuehl voran gekommen zu sein. Also ist weniger oft mehr?
Die naechsten Wochen werden es zeigen.
Ein weiterer Ansatz um damit besser umgehen zu koennen ist fuer mich das bewusste Reflektieren. Mich auf einige eigene Vergleichs- bzw. mir wesentliche Wahrnehmungsgesichtspunkte zu konzentrieren.

Einige wichtige Fragen fuer mich sind immer
- Fuehle ich mich (wohl) sicher?
- Wenn nicht, wie fuehlen sich wohl die Einheimischen? Fuehlen sie sich sicher?
- Was sind Besonderheiten des Ortes?
- Welche Auswirkungen hat das Klima auf mich und vielleicht auch auf die anderen Menschen?
- (Aus persoenlichem Interesse) wie ist die Infrastruktur, der Nahverkehr?

Ein besonderes Augenmerk hat, man muss sich allerdings gar nicht sehr darum bemuehen, der Wahlkampf.
Brasilien waehlt soweit ich weiss im Oktober seinen neuen Praesidenten. Was sind Mittel im Wahlkampf, wo sind Unterschiede?
Zunaechst ist der Wahlkampf sehr laut und bunt, sprich lebendiger. Es gibt nicht nur Plakate und Flyer.
Es gibt Waegen mit riesen Musikanlagen die untermalt mit Musik die Botschaften der Politiker verbreiten. Es soll sogar Waegen mit tanzenden Menschen wie bei Carneval geben... Ausserdem gibt es hier viele Waende, also Mauern die mit den Namen von den verschiedenen Kandidaten und ihren Listenplaetzen verziert sind. Und in Belo Horizonte habe ich um einem Obelisk im Stadtzentrum ganze Massen von Menschen mit wehenden Fahnen gesehen. Lustig ist auch was in Sao Paulo zu bewundern war, wenn an der Strasse Wahlplakate oder auch Werbetafeln stehen, steht immer auch ein Mensch daneben der das Plakat bewacht das es nicht geklaut wird. Ihr koennt euch ausmalen wie es aussieht wenn man eine Strasse entlang faehrt und dort zwanzig Schilder mit Bewachern stehen... Und ausserdem hat jeder Kandidat Werbefreiminuten im Fernsehen fuer sich...

Weil dieser Beitrag schon jetzt viel zu lang ist, ende ich hier erstmal und verweise mit Freuden auf meinen Blog http://www.dawide.de.tc/ Dort melde ich mich regelmaessig mal, der Blog ist sozusagen die Ergaenzung zu meinen wohl recht wenigen Rundmails.


Ich sende allen Liebe Gruesse

....aus dem sehr warmen und sehr afrikanischen Salvador im Norden von Brasilien. Welches zugleich sehr touristisch ist und deswegen auch vielen Armen, die auf Touristen spezialisiert sind, die dich sehr bedraengen und sehr direkt ansprechen und von dir das Geld regelrecht einfordern, viele appelieren sehr deutlich an dein Schuldgefuehl und versuchen dich sogar mit Seelenheil und Dank Gottes zu erpressen...
Ansonsten gibt es alte bunte schoen verzierte Haueser, kleine Gassen, viele Laeden, afrikanisches Handwerk.
Schoen sind gerade die schmalen Nebengassen denn die sind nicht so touristisch das heisst ruhiger, allerdings sollte man alleine nicht unbedingt zu jeder Zeit in diese hineinlaufen... Einen wundervollen Blick aufs Meer, zum Beispiel bei einem Drink oder Beer auf einer Dachterrasse ist auch zu haben. Und richtig gute frische Fruchtsaefte nicht son Geploere wie in Europe...

und freue mich auf Reaktionen, Verurteilungen, Gruesse

David

02.09.2006

Mal wieder ein langer Eintrag mit viel Rueckblick, einigen ersten Berichten des Reisens und einer Offenbarung meiner neuen Plaene und weiteres...

Rueckblick
Natuerlich ist auch mir die Haustobias-Zeit bzw. der Abstand von derselben sehr nahe gegangen und war zugleich sehr schoen, da er durch die Klassenfahrt auf schoene und sehr intensive Art abgerundet wurde.
Die Woche in der ich zuhause war und bevor ich geflogen bin, war ein Dazwischen. Und so voller Spannung, da ich dennoch die ganze Zeit schon weiter geplant hatte - die ganze Zeit genau bis zum Flug nach Brasilien (natuerlich ein bisschen darueber hinaus, aber nicht wesentlich). So war ich zum Beispiel total erschoepft als ich hier ankam und hatte eigentlich das Gefuehl Erholung zu benoetigen. Da ich die ganze Zeit auf den Flug bzw. das nach Brasilienverschwinden hingelebt hatte.
Allerdings ging es hier gleich weiter mit einer sehr intensiven und sehr anderen Realitaet, Der Connectivity-Realitaet: Eine Woche angespannter Bueroalltag, sehr viele Leute um mich herum, dann die Tagung mit noch mehr Leuten um mich herum und zuletzt nach der Tagung das Workcamp mit etwa fuenfzehn Leuten permanent um mich herum plus die Leute mit denen ich in dem Projekt gearbeitet habe. Dies war mehr als ein Monat (fuenf Wochen) voellig ueberladen, mit Menschen, Programm und kaum Rueckzugsmoeglichkeit.
Anschliessend bin ich noch zwei Wochen in Pequeno Principe geblieben.

Losreise
Ehe wir letzten Montag (28.August 2006) losgereist sind. Auch hier noch mit einer Gruppe (wir sind zu fuenft), bis nach Parati. Einem kleinen Ort an der Kueste Richtung Rio etwa 300 km von Sao Paulo entfernt. Dieses Parati ist sehr beschaulich und gemuetlich. Es hat viele buntbemalte Haueser und gepflasterte Strassen ueberall und man hat das Gefuehl das Lebengeht hier etwas langsamer, wenn auch etwas touristisch zu. Das Meer ist in ganz vielen kleinen Buchten zu bestaunen und zu geniessen, die umgeben sind von leichten Bergen, die selten den Blick auf das offene Meer total freigeben. Hier sind wir in einem Hostel untergekommen, da es ziemlich geregnet hat, was den Strandaufenthalt etwas getruebt hat.
Am Donnerstag sind wir losgefahren Richtung Rio, etwa 250km... Hier sind wir gegen Mittag angekommen und haben uns dann bei einer sehr netten Familie ueber den Hospitalityclub einquartieren koennen... Eigentlich wollten wir uns trennen, da 5 Personen einfach echt viele sind und wir fuer drei Personen angefragt hatten. Da unsere Alternativen ausgefallen sind, hatten wir uns schon ueberlegt das zwei Personen ins Hostel gehen und wir uns die Kosten teilen. Jedoch wurden wir dann von der Familie, beinahe schon empoert eingeladen alle hier zu uebernachten.
Nun sind wir also seit eineinhalb Tagen in Rio und haben uns schon an der Copacabana die Tasschen leeren lassen... Es kamen, es war schon recht dunkel bzw. daemmrig am Strand, sechs Joger, die uns ploetzlich umkreist haben. SIe haben uns recht eindringlich aufgefordert unser Geld rauszusetzen und wir mussten uns in den Strand setzen. Sie haben erst meinen Geldbeutel genommen, denen ich ihnen gegeben habe. Da war natuerlich nicht viel drin, weil wir natuerlich bei der Familie unsere Wertsachen und Gepaeck und das meiste Bargeld abgeladen hatten. Daraufhin haben sie meine anderen Taschen auch noch durchsucht und auch noch die anderen Bargeldbestaende gefunden.
Wir haben uns nachher ziemlich geaergert, weil wir uns recht doof angestellt haben. Jedoch ist uns nichts passiert und es ist vielleicht auf eine Art gar nicht so schlecht wenn einem auf recht harmlose Weise einmal was passiert, so dass man dann dafuer sensibilisiert ist und die Gefahr nicht nur als abstrakte Tatsache wahrnimmt. Ein bisschen fuehlt man sich natuerlich auch verunsichert, wie tief dieses Gefuehl ist wird sich zeigen.
Heute waren wir in Santa Teresa einem ganz niedlichen Kuenstlerviertel in welches man nur mit einer kleinen ziemlich antiquierten Strassenbahn, welche nur ein Abteil hat, gelangt.
Heute Abend haben wir mit der Familie zusammen gekocht und wollten eigentlich auf eine Sambaveranstaltung gehen, diese ist aber ausgefallen, so dass wir sie auf Sonntag verschoben haben. Zum Abendessen war noch eine Freundin von uns da, die durch den Hospitalityclub einige Haueser weiter untergekommen ist. Diese wurde von den Eltern dann auch noch freundlicherweise bei uns einquartiert, so dass wir jetzt hier statt mit drei mit sechs Personen uebernachten. Und das fuer vier Naechte, da bekommt man vielleicht eine Vorstellung von dem Ausmass der Gastfreundschaft hier...

Plaene und Zukuenftiges
Montag werde ich endlich starten nur mit Claire zu reisen und zwar zuerst nach Belo Horizonte, eine Stadt etwas im Landesinnern - etwa acht Busstunden entfernt von Rio.
Dieser Punkt nur mit Claire zu reisen wird fuer mich erstmal eine ziemliche Befreiung sein, denn es wird seit bald zwei Monaten die erste laengere Etappe sein, wo ich nicht permanent mit vielen Leuten unterwegs sein werde.
Wir planen den September fuer Brasilien (Belo Horizonte, zurueck zur Kueste und Richtung Noden bis Bahia, von dort ins Landesinnere nach Brasilia und Cuiaba) zu verwenden und Anfang von Oktober nach Bolivien zu reisen um den Rest des Oktobers und den ganzen November fuer Bolivien und Peru zu verwenden. Ehe wir Anfang Dezember gemeinsam nach Argentinien reisen werden. Ehe ich wohl um den zehnten Dezember Claire verabschieden werde und die restliche Zeit alleine in Buenos Aires und dem suedlichen Brasilien, sowie eventuell Uruguay und Paraguay zu verbringen.
Soweit ist die momentane Planung. Ich bin gespannt wie sich alles verwirklichen wird.
Jetzt habe ich viel ueber Plaene und Erlebnisse geschrieben und doch nicht mit vielen Worten gesagt wie es mir damit geht...

Auf bald

23.08.2006

Erste Fotos auf dem Fotoblog

schaut vorbei:
http://www.dawidefoto.de.tc
oder rechts auf Fotoblog klicken

22.08.2006

Link und Rueckflug

Ich habe gestern in einem Tripp durch Sao Paulo mich zum Buero durchgefunden von Iberia und hoffentlich erfolgreich meinen Rueckflug eingebucht.
Ich habe einen Flug fuer den 8.Februar so das ich am 9.Februar in Frankfurt sein werde, genaueres werde ich schreiben oder erzaehlen wenn es dann ansteht. Soweit erstmal die Planung.

Auf dem Link gibt es einen kleinen Bericht ueber das Workcamp und ein paar schlechte Fotos. Hoffentlich gibts bald bessere Fotos: http://www.idem-network.org/index.php?id=185&L=0

Wenn nix dazwischen kommt gedenke ich am Sonntag mit Claire und einigen anderen Richtung Rio de Janeiro aufzubrechen.

Gerade geht es mir nicht so toll, weil ich am Sonntag Josephine verabschieden musste am Flughafen, was wegen der Standby-Fliegerei bis zur letzten Minute unklar war ob sie mitkommt. Dementsprechend haben wir die letzten Stunden in untoller Warterei vor dem Lufthansa-Schalter verbracht...
Ausserdem habe ich mir Heute beim Arbeiten einen Schubkarrengriff in die Magengegend gerammt und das fuehlt sich nicht so gut an.
Irgendwie kommt immer alles zusammen wenn es einem nicht so gut geht.

Diese Woche werde ich wohl noch in Pequeno Principe sein.

Soviel fuer kurz.

Eines noch:
Hier stinkts nach Hundescheisse, weil direkt neben dem Internetcafe eine Tiergeschaeft ist und die einen Kaefig mit Hunden vor der Tuer stehen haben, dessen Inhalt offensichtlich Dinge ausscheidet. Zwischendruch riecht es auch mal nach Churrasco, das sind Fleischspiesse die an Strassenstaenden verkauft werden. Man munkelt das der ein oder andere Strassenhund dafuer sein Leben lassen muss...

Nundenn bis bald
David

12.08.2006

Fotoblog neu

Kurze Nutiz->

Wenn auch noch inhaltslos, mein Fotoblog als Ergaenzung:

http://www.dawidefoto.de.tc

Hofffentlich folgen schon bald Bilder, dann werde ich hier benachrichtigen.
Momentan liegt es nur daran, dass das Internetcafe meinen Usb-Stick nicht akzeptiert...

Von Ameisen und Verpackungswahn und zwei Kassen und Plaenen

Hallo mal wieder hochwertige Nachrichten
Mein dreiwoechiges Workcamp in dem schoenen Projekt Pequenio Principe ist letzten Samstag zuende gegangen. Es war eine sehr schoene und intensive Zeit. Ich werde wohl noch zwei Wochen in Pequenio Principe und Sao Paulo bleiben, ehe ich mit Claire und wahrscheinlich Inga und Olga in Richtung Norden reisen werde. Erstes Ziel ist Rio de Janeiro. Danach werde ich wohl nur mit Claire weiterreisen - weiter in den Norden nach Salvador im Bundesstaat Bahia. Claire und ich planen verschiedene Projekte zu besuchen, dies aber nicht nur um dort einzutauchen, sondern auch um verschiedene Projekte zu vernetzen und auch zu schauen wo liegen Probleme und Potentiale. Ueber unsere Kriterien diskutieren wir noch, wichtig ist uns der Kontrast zum Beispiel anthroposophische und nicht-anthroposophische Projekte zu besichtigen. Ein Impuls ist auch verschiedene durch Connectivity bestehende Kontakte zu nutzen, aufzugreifen und weiter zu treiben. Hierfuer werden wir wohl ein bisschen Zeit brauchen um mit verschiedenen Leuten zur Vorbereitung zu sprechen. Gerne wollen wir fuer bzw. auf jeden Fall mit den Fragen von Idem reisen. http://www.idem-network.org/
Mehr folgt bald.
Eines noch, leider habe ich herausgefunden das man OpenEnd-Fluege sehr frueh einbuchen muss und somit nicht sehr frei ist, wie es einem die Open End Angebote glauben machen wollen. Desweiteren haengt meine Planung noch von finanziellen Fragen ab, hier steht noch Nachricht von der Zentralen Vergabestelle fuer Studienplaetze und von der Familienkasse zum Kindergeld aus.
Vorhin, hatte ich den Eindruck von Ameisen umgeben zu sein, in der Naehe des Internetcafes waren etwa vier handvoll staedtischer Arbeiter damit beschaeftigt einen Strassenzug aufzupolieren.
Wir waren einkaufen fuer den Abschlussabend - wir haben am letzten Abend fuer die Mitarbeiter des Projekt ein Festa International veranstaltet - und wir hatten im Supermarkt das Vergnuegen mit etwa 15 Plastiktueten konfrontiert zu werden in die unser Enkauf verfrachtet wurde. Zum Glueck hatten wir Rucksaecke dabei. Es kann einem hier passieren, dass man eine Flasche Wasser, zwei Kleinigkeiten und eine handvoll Obst kauft und man mit drei Plastiktueten den Laden verlaesst - von der mindestens eine unterwegs den Geist aufgibt...
In manchen Laeden gibt es Leute die nur damit beschaeftigt sind die Einkaeufe in Plastiktueten zu verfrachten und in einem Walmart gab es sogar mobile Kassenhilfen auf Rollschuhen...
Desweiteren,
Gestern war ich mit Simon, einem der Projektleiter in Pequenio Principe, im Baumarkt oder vielmehr Laden hier. Ich habe eine Kelle gekauft. Und natuerlich einen Kassenzettel erhalten. Heute war ich alleine da und habe Schrauben gekauft und prompt ist der Verkaeufer ziemlich lange unter der Theke beschaeftigt gewesen um mir mein Wechselgeld zu geben und einen Kassenzettel konnte er mir auch nicht geben...
Das sind die dezenten Hinweise die man immer erhaelt hier oder Claire erzaehlte mir zum Thema Visum verlaengern, man kann maximal sechs Monate in Brasilien sein ohne Jahresvisum, dass ihr ersteinmal alle inoffizielen Wege offenbart wurden wie es moeglich ist laenger in Brasilien zu verweilen. Diese kleinen Beispiele sind es von den ich unendlich viele schreiben koennte, wenn sie mir alle einfallen wuerden und nicht schon wieder meine Internetcafe-Zeit ablaufen wuerde...

Ich sende allen warme Gruesse aus dem momentan schoenen Winter in Sao Paulo

David

25.07.2006

So hier mal wieder Nachricht aus Brasilien,
Es faellt mir schon jetzt schwer E-Mails nach Europa zu schreiben, obwohl es mich sehr freut was zu hoeren und ich will auch versuchen von mir den Kontakt nach Europa und auch zu vielen einzelnen Personen halten oder weiter suchen. Ich denke es ist Teil des Loesens von einem Ort, einer Art des Lebens und Eintauchen in etwas voellig Neues. Sich Loesen und Binden, das ist kein Jetzt bin ich hier und gleich bin ich da, es ist etwas total fliessendes. Auch wenn wir vielleicht es als gesellschaftliches Phaenomen erleben, einen Ort, eine Aufgabe, einen Lebensabschnitt von einem Moment auf den naechsten Moment zu beenden. So kann ich gerade fuer mich nur das Gegenteil erleben - nicht das ich an dem Einen haengen wuerde. Es ist ein schoenes darum Wissen, dass es ein guter Abschnitt war und es der gute richtige Zeitpunkt war zu gehen.
Ich hatte mir nur die Illusion gemacht ein bisschen Zeit und Ruhe fuer mich alleine zu finden, aber das war bis Jetzt nicht der Fall.
Die Connectivity-Konferenz ist vorbei und ich bin gleich in das Workcamp eingetaucht.
Es ist ein sehr schoenes Gelaende im Wald bzw. am Rand von Sao Paulo und es ist ein ganz anderes Gefuehl als nur in der Stadt zu sein, wo kaum Gruen ist und sehr viele Abgase. Ich stieg aus dem Bus aus und hatte seit fast zwei Wochen das erste Mal wieder das Gefuehl richtig frei atmen zu koennen.
Hoffentlich werde ich bald mehr berichten koennen ueber das Workcamp. Es ist schoen nach der Tagung mit ueber 600 sehr individuellen Menschen, wieder mit ein bisschen weniger Menschen zu tun zu haben. Auch wenn ich gerade das Gefuehl habe das ich ein bisschen Zeit braeuchte um mich zu regenerieren, ist das Workcamp sehr schoen. Wir haben eine homogene Gruppe mit etwa 15 Leuten, aus Deutschland, Japan, Neuseeland und den USA.
Ich muss jetzt enden, da meine Zeit ablaueft und ich nicht weiss wann ich wieder Internet hab.
Liebe Gruesse
David


15.07.2006

Fwd: blaue Gr�tze schwimmt immer oben

Hier ist es Winter, auch wenn man sich nicht recht vorstellen kann was das heisst wenn man nicht hier ist. Als ich ankam hat es gewittert, so wie es bei uns manchmal kurz richtig heftig gewittert ein bis zwei Stunden lang, allerdings hat dieses Gewitter hier ein-einhalb Tage angedauert. Und es war sehr kalt, vielleicht so 10 Grad. Natuerlich gibt es in kaum einem Haus eine Heizung - auch nicht in den Besseren. Ab Montag Abend wurde es wieder besser und sonnig. Momentan ist es angenehm zwischen 15 und 20 Grad in der Sonne.
Nicht immer ist die Luft so toll, denn es ist viel Verkehr. Ein bisschen schade ist es das ich nicht mehr in Freiburg sein kann, aber das habe ich eher so erlebt bevor ich weg war. So eine Schwermuetigkeit das die schoene Freiburger Zeit bald vorbei ist. Das ist jetzt dem Erleben des Neuen gewichen. Die alltaeglichen Erlebnisse fuellen mein Bewusstsein so aus, dass ich es schwer finde ueber Vergangenes momentan nachzudenken. Seit vier Tagen habe ich einen ziemlich krassen Bueroalltag, weil ich Fulltime fuer Connectivity arbeite. Dass heisst ich fahre so gegen neun Uhr morgens ins Buero - gewoehnlich mit dem Bus und verweile den Tag ueber bis 20 Uhr oder so im Buero. Die letzten drei Tage habe ich die ganzen Kurseinschreibungen vorgenommen fuer etwa 600 Leute. Das Buero liegt auf dem Campus der Uni Senac - einer ziemlich schicken Eliteuni, wo auch die Tagung stattfinden wird. Uebernachten tue ich im Club, einer oeffentlichen Freizeiteinrichtung wo die Leute Sport machen koennen (mit einer Boxhalle etc.). Es ist vergleichsweise zu der Uni sehr heruntergekommen und mehr in der Stadt - also nicht so isoliert. Natuerllich hat auch der Club Security, der die Anlage und vorallem den Eingang bewacht. Heute bzw. seit gestern ist es hier etwas unruhig, weil die Pcc (die Mafiaorganisation) die vor einem Monat schon mal fuer Unruhen (Anschlaege auf Busse, Schiessereien mit der Polizei etc.) und Verunsicherung gesorgt hat, erneut Busse in Brand gesetzt hat und es wohl auch Schiessereien gab. Die Folge war, dass Gestern gar keine Busse fuhren. Und wir erwachten, weil ueber uns drei Helikopter schwebten und offenbar die Situation von oben inspizierten. So gab es einen Spaziergang Vieler. Bisher ist allgemein aber alles noch recht ruhig, zumindestens in den Gegenden wo ich mich so aufhalte. Gut, ein bisschen auf sich aufpassen und ein Bewusstsein fuer die Situation muss man natuerlich schon haben. Es ist allgemein eine sehr wuselige und grosse Stadt. Ich denke am schlimmsten ist es hier wenn es panisch ist oder wird. Im Club wird es jetzt allmaehlich krass, weil im Club immer mehr Leute ankommen. Heute Morgen wurden vierhundert Matrazen und Decken von der Army geliefert. So alles waechst und waechst;
Liebe Gruesse Dir/Euch,
David
ps: Ich koennte die erste Mail weiter vor mir herschieben, aber momentan habe ich noch guten Internetzugang und zwischendurch ein bisschen Zeit, was waehrend der Tagung (also die kommende Woche) wahrscheinlich nicht so gut gehen wird.

10.07.2006

FW: Gut angekommen


Betreff: Gut angekommen

hallo ihr lieben,
ich bin gut angekommen gestern Abend um 18:35 Ortszeit mit f�nf Stunden Zeitverschiebung also 23:35.
und noch etwas m�de, ich melde mich bald - vielleicht ausf�hrlicher.

gr��e aus der gro�en stadt
sao paulo

24.05.2006

Ansatzweise Theaterarbeit mit Behinderten

Ich versuche gerade in recht engem Zeitrahmen mit zwei Behinderten eine kleine Szene aus dem Buch ?Der kleine Prinz? zu verwirklichen. Es ist die Szene in welcher der kleine Prinz dem Eitlen begegnet.

Die Problematik dabei ist das der eine Behinderte - ein Down-Syndromler - vehement bestreitet Theaterspielen zu wollen, im Grunde aber sehr gerne rumalbert und auch mal andere Leute nachahmt. Jetzt ist es nat�rlich die Kunst mit solch einer Person zu schauspielern. Man muss ihn so locken, dass er es tut, es aber nicht als solches ansieht.
Es fordert weil die Konzentration ist nicht lange zu halten und das was man erreichen will muss man mit viel Impulskraft und �berlegter, genauer Vorbereitungsarbeit f�rdern.

Die schulische Arbeit bewegt sich oft zwischen Fordern und F�rdern. Wobei manchesmal das Eine das Andere bedingt und sich manchmal ausschlie�t? Und nicht immer eindeutig ist wann welches Vorgehen zum Erfolg f�

22.04.2006

3 Gedanken / Eindr�

Die ersten drei unbestreitbaren T-Shirtwettertage liegen hinter Freiburg.
Wichtig weil es viel mit der Stimmung anstellt.

Monopoly ist ein altmodisches Spiel, welches sich f�r mich darin zeigt das sie eine horrende Einkommenssteuer haben, ganze 4000 genau soviel wie man bei "�ber-los-gehen" bekommt...
Da ist keine Rede von Mehrwertsteuer also auch kein verschwendeter Gedanke an Dinge wie ein bedingungsloses Grundeinkommen und die damit verbundene Notwendigkeit eines Wandels des Steuersystems. �ber den Gedankenzusammenhang kann man diskutieren, �ber die Notwendigkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens muss man nicht diskutieren.

Bloggen dieses kleine W�rtchen ist f�r mich gar nicht sch�n, auf dem Blog von Markus stand: "Jetzt bloggen", f�r mich als Zivi mit Erfahrung in der Intimpflege alter Parkettb�den ist das nicht sch�n.
Warum? Weil Bloggen in diesem Zusammenhang bedeutet mit einer schweren Maschine die einen drehenden Polieruntersatz hat �de Bahnen in atemberaubender Langsamkeit �ber den Parkett zu ziehen.
Wer dies eine Weile jeden Freitag getan hat, der wird selbst eine meditative Wirkung des Vorganges bestreiten, es ist schlichtweg monoton. Und ohne musikalische Unterhaltung kaum zu bew�ltigen. Zumal weil beim trockenen Bloggen kein Erfolgserlebnis am Untergrund ersichtlich ist...

16.04.2006

Alles wird klarer, die 2. und Urlaub und Josephine ist wieder da...

Hallo Hallo,
Es ist Ostern und ich habe einige wohltuende Tage Urlaub.
Die Bewerbung f�r die Ausbildung als Jugend- und Heimerzieher ist endlich raus.
Der Flug ist bezahlt wenn auch noch nicht komplett finanziert.
Josephine ist zur�ck aus Russland seit dem 08.April.

Der Fr�hling ist mir zu lahm, der erste Spanischkurs liegt hinter mir und der zweite folgt nach den Osterferien.

nunja!

Und die Frage die bleibt: Warum bringt der Osterhase Eier ?

01.04.2006

Alles wird klarer

Gerade bin ich in Dornach in der Schweiz, es ist sch�n weil Fr�hling und weil die letzte Woche viel kl�rendes gebracht hat. Ich habe einen Flug nach Brasilien am 9.Juli, damit bekommt meine n�chste Etappe einen Termin und ist nicht mehr ein undefinierter Abschnitt zwischen Juli und dem folgenden Wasauchimmer.
Ansonsten bewerbe ich mich gerade f�r die Ausbildung zum Jugend- und Heimerzieher f�r September (wenn es dieses Jahr nicht mehr klappt (Warteliste...) dann f�r n�chstes Jahr) http://www.mh-zh.de (-> Seminar).
In dem Falle das ich erst n�chstes Jahr mit der Ausbildung beginnen kann werde ich halt l�nger in Brasilien / S�damerika sein.

Das nur mal als kurzer Zwischenbericht zumal es sich auch nur um Eckdaten handelt.

Fr�hlingshafte Gr�sse

19.03.2006

Vehementer Appell f�r Bildung oder keine Lust aufs Spazieren gehen...

Ein kleines aber eindr�ckliches Erlebnis aus meiner Arbeit im Haus Tobias:

Adrian den ich betreue wehrte sich neulich mit allen Kr�ften dagegen spazieren zu gehen und versuchte immer wieder in das Klassenzimmer zu gehen in dem w�hrenddessen der allgemeinbildende Unterricht stattfand. Aktuelles Thema dort: Mahatma Ghandi.
Jetzt stellte sich nur die krasse Frage, war das ein "vehementer Appell f�r Bildung" von Adrian - der sich �ber Sprache nicht verst�ndlich machen kann und der sonst eher uninteressiert wirkt am Unterrichtsgeschehen - oder hatte er schlichtweg keine Lust aufs Spazieren gehen - was bei schlechter Witterung und noch liegendem Schnee, in dem ihm das Gehen offensichtlich schwer f�llt, auch verst�ndlich gewesen w�re ?

Das klingt irgendwie alles banal, h�tte man jedoch erlebt wie Adrian versucht mich zu hauen, zu bei�en und zuletzt - aus Verzweifelung (wobei es sich nat�rlich schon um meine Interpretation handelt) - sich selbst zu schlagen, so w�rde dieses Erlebnis wahrscheinlich auch Euch nachdenklich machen.

Nur ist man hier genau an einem Punkt angelangt den man sich bewusst machen muss, egal wie man die Ereignisse auslegt es ist unsere Interpretationen (also ein Abw�gen von theoretischen Wahrscheinlichkeiten anhand dessen was f�r uns wahrnehmbar ist) um was es sich handelt...

Und das macht die Sache erst kompliziert, es liegt in so einem Moment also an mir was ich daraus mache.

18.03.2006

Ein Hoch auf die leistungsselektiven Tests...

"Es muss so sein, dass Kinder die deutsche Sprache k�nnen, wenn sie in die Schule kommen. Warum machen wir nicht Tests mit vier oder f�nf Jahren?" Aussage im Zusammenhang um die Diskussionen zu den Einb�rgerungstests.

Wie soll das Aussehen? Tests mit vier oder f�nf Jahren.
Wenn ich so etwas lese bleibt bei mir nur Ratlosigkeit zur�ck und die Entt�uschung das gewisse Personen offensichtlich eines der Hauptprobleme des deutschen Bildungswesen nicht erkannt haben.
Wof�r weiter �ber Bildung diskutieren?
Mit vier Jahren vorselektierte Kinder, es fehlt eigentlich nur noch die Bildungsselektion nach ersten Ultraschall-bildern.
Wobei es diese ja indirekt �ber die Definition von lebens- und nicht lebensw�rdigem Leben schon gibt.


Habt ihr erraten von wem diese schlaue Aussage kommt?

M�ntefering.


�ber die Tatsache das es f�r eine Stabilsierung der deutschen Bev�lkerung (Stichwort Alterspyramide & Geburtenrate) mehr als das Dreifache der aktuellen Einwanderungszahlen n�tig w�ren m�chte ich hier gar nicht erst reden.

Erziehung

...bewusste Erziehung anderer ist zuletzt immer Selbsterziehung.

12.03.2006

lang ists her...

...seit meinem letzten ernstzunehmenden Beitrag zu diesem Blog.
Ja einiges hat sich getan.
Mittlerweile ist es schon M�rz und ich sehe wie die Zeit bis zum Ende meines Zivildienstes mir zwischen den Fingern zerrinnt.
Es ist nicht nur der Zivildienst, sondern auch das Wissen um soziale Sicherheit, das Vorbeisein des Zustandes sich zumindest um die unmittelbare Situation keine Gedanken machen zu m�ssen.
Viele Fragen sind in mir unterwegs: Was will ich? Ist es richtig zu reisen oder istes f�r mich wichtig irgendwo etwas konkretes anzufangen...?
Obwohl diese Fragen mir irgendwie nicht so sympathisch sind, denke ich doch das sie sehr wichtig sind und auch �ber den Zustand des Verdr�ngen K�nnens bin ich f�hlbar hinaus. Es ist zu begleitenden Fragen geworden. Umso qu�lender ist es nicht eine Antwort zu wissen.
M�gliche Ans�tze gibt es viele.
Wahrscheinlich muss doch erst noch der Zivi und seine Sicherheit vergehen ehe ich mich wirklich motiviert f�hle diese Fragen jedoch zum Hauptinhalt zu machen. Damit die Suche mehr wird als eine Suche nach Auswegen.
In letzter Zeit habe ich schon auch dar�ber nachgedacht ob die Arbeit mit Behinderten etwas ist was ich mir l�nger vorstellen kann. Eine ganz klare Antwort habe ich darauf noch nicht, wahrscheinlich muss ich erst noch eine andere Arbeitsstelle mit Behinderten kennenlernen. Diese hoffe ich mit meiner S�damerikareise verbinden zu k�nnen.
So ganz will ich nicht einsehen warum ich mich so dringend zu dem bald m�glichsten Zeitpunkt in ein Studium st�rzen sollte. Andererseits kann ich mich dem nicht nur von mir selbst erzeugten Stress auch nicht entziehen.
W�sste ich etwas ich w�rde sofort anfangen!
So werde ich erst einmal im Juli nach Sao Paulo fliegen und dort an der Tagung Connectivity teilnehmen (Mehr auf www.connectivity2006.org). Im Anschluss werde ich in die Workcampbetreuung involviert sein. Und wenn auch das zeitlich ins Land gezogen ist, dann werde ich mich aufmachen und hoffentlich S�damerika etwas kennenlernen.
Es gibt vage Reisepl�ne als auch die �berlegungen in dem ein oder anderen Projekt arbeiten zu wollen um so auch noch mal auf eine ganz andere Art in das was dort ist und lebt einzutauchen. Und nicht zuletzt h�ngt es mit einigen finanziellen Dingen zusammen (wie immer)... Ich denke ich brauche den Rest des Jahres (2006) um wirklich ein bisschen eintauchen zu k�nnen.
Ebenso vage traue ich mich zu sagen, dass wenn ich studiere ich damit fr�hstens zum Sommersemester 2007 beginne. Auch im Raume steht die �berlegung mich f�r die Ausbildung als Heim- und Jugenderzieher zu bewerben.
Und nicht zuletzt m�chte ich nach wievor mit gro�er Gewissheit meine Zukunft mit Josephine teilen!
Soviel zur Zukunft. Das ist nat�rlich vorallem die �u�ere Beschreibung, dessen was sich in mir bewegt. Man darf gespannt sein.
Ansonsten habe ich einen Spanisch-Blockkurs begonnen, Blockkurs weil 2x die Woche 2,5 Stunden. Ich stehe noch am Anfang bin aber zuversichtlich...
Obwohl es bisher auch nicht als Planung Erw�hnung gefunden hat, ich war in Russland, um Josephine zu besuchen, aber auch um die Kultur ein bisschen kennenzulernen.
Es sind aus der kurzen Zeit viele kleine Erlebnisse und Eindr�cke die ich mitgetragen habe. Einige kleine Erlebnisse werde ich vielleicht in loser Form noch festhalten bzw. hier aufschreiben.
Nat�rlich war der Aufenthalt viel zu kurz, aber sehr eindr�cklich war es trotzdem. Nur leider war mein Russisch auch nicht f�r viel mehr als f�r ja und nein zu gebrauchen. Vielleicht muss ein Russlandaufenthalt zu sommerlicher Jahreszeit einmal wiederholt werden...
Soweit vielleicht erstmal, den gro�en Plan nochmal �ber meinen Zivildienst zu berichten habe ich nicht aufgegeben!

31.01.2006

Zivilehrgang im beschaulichen Seelbach

Diese Woche kann ich einen Reisebericht meiner kurzen Reise ins tolle Seelbach bieten. Hier ist mein staatlicher Zivilehrgang und es ist aushaltbar, aber langweilig, zumal man viel zu viel rumsitzt und die ganze Atmosp�re wahnsinnig unmotivierend ist irgendwas zu machen. Obwohl an und f�r sich sehr viele M�glichkeiten bestehen. Tja von den Anthrosph�ren und dem damit oft verbundenen Umgangsformen kann man schon einen Unterschied sp�ren.
Es ist halt alles wahnsinnig konventionell und langweilig, viele Leute wissen nix anzufangen. Und sitzen vor der Glotze oder am Computer und spielen oder chatten...

30.01.2006

Beschreibung meiner selbst auf englisch im Internet

Hallo Hallo,
wie angek�ndigt vernachl�ssige ich diese Seite ersteinmal.
Kurzer Verweis auf eine kurze Beschreibung meiner selbst die ihr findet unter:
http://www.connectivity2006.org/about/organizers/team/david_masuch/

Bald kommt vielleicht noch ein Foto hinzu.

04.01.2006

(Wieder) in Freiburg

F�r zwei Tage und viel Arbeit in Freiburg.