25.07.2006

So hier mal wieder Nachricht aus Brasilien,
Es faellt mir schon jetzt schwer E-Mails nach Europa zu schreiben, obwohl es mich sehr freut was zu hoeren und ich will auch versuchen von mir den Kontakt nach Europa und auch zu vielen einzelnen Personen halten oder weiter suchen. Ich denke es ist Teil des Loesens von einem Ort, einer Art des Lebens und Eintauchen in etwas voellig Neues. Sich Loesen und Binden, das ist kein Jetzt bin ich hier und gleich bin ich da, es ist etwas total fliessendes. Auch wenn wir vielleicht es als gesellschaftliches Phaenomen erleben, einen Ort, eine Aufgabe, einen Lebensabschnitt von einem Moment auf den naechsten Moment zu beenden. So kann ich gerade fuer mich nur das Gegenteil erleben - nicht das ich an dem Einen haengen wuerde. Es ist ein schoenes darum Wissen, dass es ein guter Abschnitt war und es der gute richtige Zeitpunkt war zu gehen.
Ich hatte mir nur die Illusion gemacht ein bisschen Zeit und Ruhe fuer mich alleine zu finden, aber das war bis Jetzt nicht der Fall.
Die Connectivity-Konferenz ist vorbei und ich bin gleich in das Workcamp eingetaucht.
Es ist ein sehr schoenes Gelaende im Wald bzw. am Rand von Sao Paulo und es ist ein ganz anderes Gefuehl als nur in der Stadt zu sein, wo kaum Gruen ist und sehr viele Abgase. Ich stieg aus dem Bus aus und hatte seit fast zwei Wochen das erste Mal wieder das Gefuehl richtig frei atmen zu koennen.
Hoffentlich werde ich bald mehr berichten koennen ueber das Workcamp. Es ist schoen nach der Tagung mit ueber 600 sehr individuellen Menschen, wieder mit ein bisschen weniger Menschen zu tun zu haben. Auch wenn ich gerade das Gefuehl habe das ich ein bisschen Zeit braeuchte um mich zu regenerieren, ist das Workcamp sehr schoen. Wir haben eine homogene Gruppe mit etwa 15 Leuten, aus Deutschland, Japan, Neuseeland und den USA.
Ich muss jetzt enden, da meine Zeit ablaueft und ich nicht weiss wann ich wieder Internet hab.
Liebe Gruesse
David


15.07.2006

Fwd: blaue Gr�tze schwimmt immer oben

Hier ist es Winter, auch wenn man sich nicht recht vorstellen kann was das heisst wenn man nicht hier ist. Als ich ankam hat es gewittert, so wie es bei uns manchmal kurz richtig heftig gewittert ein bis zwei Stunden lang, allerdings hat dieses Gewitter hier ein-einhalb Tage angedauert. Und es war sehr kalt, vielleicht so 10 Grad. Natuerlich gibt es in kaum einem Haus eine Heizung - auch nicht in den Besseren. Ab Montag Abend wurde es wieder besser und sonnig. Momentan ist es angenehm zwischen 15 und 20 Grad in der Sonne.
Nicht immer ist die Luft so toll, denn es ist viel Verkehr. Ein bisschen schade ist es das ich nicht mehr in Freiburg sein kann, aber das habe ich eher so erlebt bevor ich weg war. So eine Schwermuetigkeit das die schoene Freiburger Zeit bald vorbei ist. Das ist jetzt dem Erleben des Neuen gewichen. Die alltaeglichen Erlebnisse fuellen mein Bewusstsein so aus, dass ich es schwer finde ueber Vergangenes momentan nachzudenken. Seit vier Tagen habe ich einen ziemlich krassen Bueroalltag, weil ich Fulltime fuer Connectivity arbeite. Dass heisst ich fahre so gegen neun Uhr morgens ins Buero - gewoehnlich mit dem Bus und verweile den Tag ueber bis 20 Uhr oder so im Buero. Die letzten drei Tage habe ich die ganzen Kurseinschreibungen vorgenommen fuer etwa 600 Leute. Das Buero liegt auf dem Campus der Uni Senac - einer ziemlich schicken Eliteuni, wo auch die Tagung stattfinden wird. Uebernachten tue ich im Club, einer oeffentlichen Freizeiteinrichtung wo die Leute Sport machen koennen (mit einer Boxhalle etc.). Es ist vergleichsweise zu der Uni sehr heruntergekommen und mehr in der Stadt - also nicht so isoliert. Natuerllich hat auch der Club Security, der die Anlage und vorallem den Eingang bewacht. Heute bzw. seit gestern ist es hier etwas unruhig, weil die Pcc (die Mafiaorganisation) die vor einem Monat schon mal fuer Unruhen (Anschlaege auf Busse, Schiessereien mit der Polizei etc.) und Verunsicherung gesorgt hat, erneut Busse in Brand gesetzt hat und es wohl auch Schiessereien gab. Die Folge war, dass Gestern gar keine Busse fuhren. Und wir erwachten, weil ueber uns drei Helikopter schwebten und offenbar die Situation von oben inspizierten. So gab es einen Spaziergang Vieler. Bisher ist allgemein aber alles noch recht ruhig, zumindestens in den Gegenden wo ich mich so aufhalte. Gut, ein bisschen auf sich aufpassen und ein Bewusstsein fuer die Situation muss man natuerlich schon haben. Es ist allgemein eine sehr wuselige und grosse Stadt. Ich denke am schlimmsten ist es hier wenn es panisch ist oder wird. Im Club wird es jetzt allmaehlich krass, weil im Club immer mehr Leute ankommen. Heute Morgen wurden vierhundert Matrazen und Decken von der Army geliefert. So alles waechst und waechst;
Liebe Gruesse Dir/Euch,
David
ps: Ich koennte die erste Mail weiter vor mir herschieben, aber momentan habe ich noch guten Internetzugang und zwischendurch ein bisschen Zeit, was waehrend der Tagung (also die kommende Woche) wahrscheinlich nicht so gut gehen wird.

10.07.2006

FW: Gut angekommen


Betreff: Gut angekommen

hallo ihr lieben,
ich bin gut angekommen gestern Abend um 18:35 Ortszeit mit f�nf Stunden Zeitverschiebung also 23:35.
und noch etwas m�de, ich melde mich bald - vielleicht ausf�hrlicher.

gr��e aus der gro�en stadt
sao paulo