25.09.2006

Begegnungen

Neulich in Salvador,
sind wir zufaellig Vanessa ueber den Weg gelaufen. Mit ihr haben wir gemeinsam zwei Tagungen organisiert. Ich kenne sie seit fuenf Jahren.
Beeindruckt hat mich an dieser Begegnung, weil mir wieder einmal bewusst geworden ist was Begegnungen potentiell enthalten. Somit ist dies ein Appell an mich sich selbst den Menschen offen zu begegnen und denn man weiss nie wer einem da begegnet und welches Potential diese Begegnung wohl beeinhalten mag...

23.09.2006

Ein paar beeindruckende Zahlen

Bei meiner Suche habe ich heruasgefunden, dass
allein Brasilien (8.514.215 qkm) mit seiner Flaeche 4/5
der Flaeche ganz Europas (10.532.000qkm) einnimmt.

Und Brasilien (8.514.215 qkm) ist 23,86 mal groesser
als Deutschland (357.050qkm).

Das duerfte vielleicht ein bisschen klarer machen was reisen in Brasilien bedeutet


Alle Angaben stammen von wikipedia. http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite

Karte

Habe eine Karte mit der Reiseroute die wir bisher zurueck gelegt haben, aus Rechtschutzgruenden werde ich sie nicht auf dem Blog verlinken, wer daran interessiert ist dem kann ich sie mailen.

22.09.2006

Canarana und Geburtstag

So seit Montag Vormittag (18.September) sind wir bei Falcao, einem Capoeirista und dem Gastbruder von Claire.
Der Ort in dem wir sind heisst Canarana, im Landesinneren in der Naehe von Salvador (Naehe heisst hier achteinhalb Stunden Busfahrt...)
Canarana ist ein wirklich kleiner Ort, wir sind wohl die ersten deutschen oder ueberhaupt europaeischen Besucher (beziehungsweise Touristen?) hier. Jeden falls haben uns die Einwohner angeschaut als wuerden sie sich fragen was wir hier eigentlich wollen. Und auch wir haben uns das gefragt. Doch ist gerade dieses nicht in einem Bereich zu sein der sehr auf Touristen eingestellt ist sehr angenehm. Es macht es moeglich einfach mal an einem Ort zu sein, nicht in die Rolle des nicht integrierten Touristen zu haben.
Natuerlich sind wir hier Gaeste und wahrscheinlich auch Touristen.
Doch habe ich das Gefuehl, das dadurch, dass wir hier bei einem Einheimischen sind und das Dorf so ist das die meisten sich kennen, ein anderes Hiersein moeglich ist. Ich habe das Gefuehl den Menschen naeher zu sein und ihn anders begegnen zu koennen. Auch wenn mein Portugiesisch immer noch jaemmerlich ist...

Soviel zum Ort, wir wohnen bei Falcao in einem sehr schnuckeligen Haueschen, es ist zwar sehr klein und doch gibt es alles was man zum Leben braucht. Es spielt sich hier vielmehr des Lebens draussen ab - Das Wetter macht dies allerdings auch moeglich.

Am 19. bin ich mit Falcao mit dem Motorrad zu seinem Capoeira Maestre gefahren, die ganze Fahrt und Vorbereitung war ein kleines Abenteuer. Zunaechst musste ein Motorrad ausgeliehen werden, dann musste der Sprit noch organisiert werden. Man kann ihn natuerlich auch an der Tankstelle kaufen aber das ist doch recht teuer, da ein Liter etwa umgerechnet einen Euro kostet. Er hat aber Kontakt zu einem in der Stadtverwaltung von ihm bekommt er immer mal wieder zwei bis drei Liter. Allerdings war das Buero schon geschlossen so das er ihm das Benzin nicht heute geben konnte. Doch er hat versprochen es ihm zu geben, also mussten die drei Liter Sprit erstmal von Jemandem anderen ausgeliehen werden damit man sie dann spaeter zurueck geben kann.
\nAls wir unseren Sprit hatten konnten wir endlich los, fuer die Strecke von 40 Kilometer benoetigten wir 1,5 bis 2 Stunden. Weil wir nicht auf einer asphaltierten Strasse gefahren sind, sondern auf sandigen Wege, die teilweise so huckelig waren, dass abschittsweise nur ein Fahren im Schritttempo moeglich war. Die Landschaft hier ist sehr trocken und ganz anders als an der nur neun Stunden entfernten Kueste. Ich bin gespannt wie es wird wenn wir weiter Richtung Bolivien vordringen werden. Die Hitze stand, so dass auch die Fahrt mit dem Motorrad keine richtige Abkuehlung gebracht hat. Auf dem Rueckweg bin ich zeitweise gefahren und uns ist noch der Sprit ausgegangen. Obwohl wir nochmal (einen Liter) getankt haben. Zum Glueck sind wir durch eine kleine Siedlung gekommen und dort haben uns Leute ein bisschen Sprit geschenkt, so dass wir zureck bis Canarana fahren konnten. Der Sprit musste natuerlich mit dem Mund angesaugt durch einen Schlauch aus dem Roller von den Leuten in das Motorrad umgefuellt werden... Abends waren wir erst baden und haben dann sehr schoen und muede (die Sonne setzt uns hier doch sehr zu...) in meinen Geburtstag mit einem tollen Essen hineingefeiert. Morgens gab es nach dem Ausschlafen ein tolles Fruehstueck, mit Pfannkuchentorte, Ruehrei und ganz vielen anderen leckeren Dingen. Und natuerlich einer riesigen Wassermelone. Ansonsten ist der Tag gemuetlich verstrichen, abends haben wir einen Ausflug zum Internetcafe gemacht. Dort gab es neben tollen Geburtstagsemails einen kleinen Schock, denn jemand hat von Claire Skypeaccount zwei brasilianische Connectivitymitorganisatorinnen angerufen und ihnen errzaehlt wir waeren ausgeraubt worden und haetten kein Geld mehr und brauechten Geld.. Sie sollen ihm 600 R$ ueberweisen damit wir die Busfahrt zurueck nach Sao Paulo bezahlen koennten, sie haben ihm 300 R$ ueberwiesen (etwa 100 Euro), denn er hat ihnen auch noch erzaehlt das auch all unsere Bankkarten etc. geklaut seien... Dann hat Claire ihren Bankaccount gecheckt und ein Minus entdeckt... Allerdings hat sich das gluecklicherweise als ein gebuchter und nicht wie angedacht stornierter Flug erwiesen und nicht auch als Diebstahl und Betrug...

Als wir unseren Sprit hatten konnten wir endlich los, fuer die Strecke von 40 Kilometer benoetigten wir 1,5 bis 2 Stunden. Weil wir nicht auf einer asphaltierten Strasse gefahren sind, sondern auf sandigen Wege, die teilweise so huckelig waren, dass abschittsweise nur ein Fahren im Schritttempo moeglich war.
Die Landschaft hier ist sehr trocken und ganz anders als an der nur neun Stunden entfernten Kueste. Ich bin gespannt wie es wird wenn wir weiter Richtung Bolivien vordringen werden.
Die Hitze stand, so dass auch die Fahrt mit dem Motorrad keine richtige Abkuehlung gebracht hat. Auf dem Rueckweg bin ich zeitweise gefahren und uns ist noch der Sprit ausgegangen. Obwohl wir nochmal (einen Liter) getankt haben. Zum Glueck sind wir durch eine kleine Siedlung gekommen und dort haben uns Leute ein bisschen Sprit geschenkt, so dass wir zureck bis Canarana fahren konnten.
Der Sprit musste natuerlich mit dem Mund angesaugt durch einen Schlauch aus dem Roller von den Leuten in das Motorrad umgefuellt werden...

Abends waren wir erst baden und haben dann sehr schoen und muede (die Sonne setzt uns hier doch sehr zu...) in meinen Geburtstag mit einem tollen Essen hineingefeiert. Morgens gab es nach dem Ausschlafen ein tolles Fruehstueck, mit Pfannkuchentorte, Ruehrei und ganz vielen anderen leckeren Dingen. Und natuerlich einer riesigen Wassermelone. Ansonsten ist der Tag gemuetlich verstrichen, abends haben wir einen Ausflug zum Internetcafe gemacht. Dort gab es neben tollen Geburtstagsemails einen kleinen Schock, denn jemand hat von Claire Skypeaccount zwei brasilianische Connectivitymitorganisatorinnen angerufen und ihnen errzaehlt wir waeren ausgeraubt worden und haetten kein Geld mehr und brauechten Geld.. Sie sollen ihm 600 R$ ueberweisen damit wir die Busfahrt zurueck nach Sao Paulo bezahlen koennten, sie haben ihm 300 R$ ueberwiesen (etwa 100 Euro), denn er hat ihnen auch noch erzaehlt das auch all unsere Bankkarten etc. geklaut seien... Dann hat Claire ihren Bankaccount gecheckt und ein Minus entdeckt... Allerdings hat sich das gluecklicherweise als ein gebuchter und nicht wie angedacht stornierter Flug erwiesen und nicht auch als Diebstahl und Betrug.

Was gibt es hier noch aus Landleben?
Obst, Mango, Limao, Kokosnuesse vom Baum, Zuckerrohr, einen Laden in dem man nur Wassermelonen kaufen kann.... Gekos an Baeumen und Kroeten vom Format eines kleinen Hasens, ausserdem viele Muecken und grosse Spinnen. Nach wie vor begeistert und entspannt
gruesst David

16.09.2006

Mal wieder ein Eintrag jetzt aus Reiseperspektive

Liebe Leute alle, gross und klein und vorallem nah und fern....
Jetzt versuche ich mal wieder mich an einem Beitrag zu meinem Blog und zu einer ersten wirklichen Rundmail.

Manchmal frage ich mich, habe ich was zu erzaehlen oder nicht? Und manchmal da ich schon ein Weilchen unterwegs bin denke ich vieles von dem was ich erlebe - obwohl ich immer wieder viel neues erlebe - ist gar nichts besonders oder unnormales. Die Reiserealitaet wird zur Normalitaet.

Und aus einer tiefen eigenen Unsympathie gegenueber Rundmails neige ich sie zu unterlassen, um sie dann irgendwann doch zu schreiben...

Warum tut man das? Will oder muss man sich selber zur Schau stellen - koennte man ja denken... Ist sicherlich auch berechtigt!

Nur vorallem erlebe ich mittlerweile, dass es zumindest fuer mich eine grosse Besonderheit ist zu reisen, auch wenn es mir nicht ganz leicht faellt, und das so viele Leute fragen was ich denn tue und erlebe. Ich aber auch bemerke schon gar nicht mehr zu wissen wem ich was schon erzaehlte oder vielmehr mailte und was nicht. Und einfach auch nicht die Zeit habe bzw. nicht soviel Zeit in tollen Internetcafes verbringen kann und will um jedem Alles zu erzaehlen.

So meine Resolution, vorallem auf meinem Blog und in wenigen Rundmails zu versuchen einigermassen fuer Alle zu schreiben was ich so erlebe oder was mich bewegt oder was ich fuer ich reflektierenswert halte. Vielleicht auch immer mal wieder kuerzere gezielte Beitraege zu einzelnen Themen.
Persoenliche Mails wird es wohl immer geben und soll es auch!!! Ich freue mich immer sehr und gerade in der letzten Zeit haben sie mich auch sehr getragen. Dankeschoen, es ist schoen zu sehen das einige Kontakte und Freunde sich in Bestaendigkeit beweisen! Es hat mir in der letzten Zeit geholfen, wo ich gemerkt habe wie sehr man auf einmal potentiell im Nichts steht wenn man reist.
Bis ich los bin nach Brasilien und auch bis ich wirklich losgereist bin, war es nie eine Frage (hier sollte ein Doppelpunkt stehen nur die Tastatur gibt keinen her)
Reisen wie macht man das eigentlich? Vorher war immer klar, man tut es einfach.
Jetzt bin ich ein Stueck weiter, ich bin mit Claire vor bald drei Wochen losgereist, zunaechst noch eine Woche zusammen mit Inga, Anna, Olga und auch Lena. Dann ab Rio mit Claire alleine. Es ist noch alles gar nicht so lang und es kommt mir doch schon wie eine Ewigkeit vor.

Hier nochmal ein kleiner Ueberblick ueber die bisherige Reiseroute
(da ich nicht weiss wer auf welchem Stande ist, geklammerte Orte waren geplant)
Sao Paulo, Parati, Rio de Janeiro (bis hier mit grosser Gruppe)
Belo Horizonte, (Vitoria), Ilheus, Salvador, Morro de Sao Paulo, Salvador

Schon nach drei Wochen unterwegs sein habe ich gemerkt wie sehr man sich im Reisen verlieren kann. Besonders in einem solch riesigen Land (hier sollte mal wieder ein Doppelpunkt stehen wenn die Tastatur einen hergaebe) Wir haben in diesen drei Wochen Distanzen zurueckgelegt (etwa 2500km) die in Europa dazu gefuehrt haetten schon laengst in einem anderen Land zu sein, ja beinahe am anderen Ende von Europa angelangt zu sein... Und hier hier bewegen wir uns immer noch im selben Land, einfach nur ein Stueckchen weiter... Es sind Groessenmassstaebe die zu fassen ziemlich viel Zeit benoetigen und nicht zuletzt auch viel Zeit benoetigen um sie zu ueberwinden. Wir werden soweit momentan die Planung gegen Anfang Oktober gen Bolivien starten und um nicht ewig zu brauchen uns einen vierzigstuendigen Bustripp goennen. Und selbst dann werden wir Brasilien noch nicht ganz hinter uns gelassen haben.

Zurueck zur Frage wie reist man?
Bleibt man ueberall nur so lange wie noetig, sprich bis man alle oder die wichtigsten Touriattraktionen gesehen hat? Was fuer eine Verbindung kann man zu einem Ort aufbauen wenn man kaum das man angekommen ist weiterreist. Oder heisst reisen manchmal bleiben um was ganz anderes zu tun? Man kann auch nur reisen, aber was sieht man dann von der Lebensrealitaet der Menschen?
Kann man mehr sein als ein Tourist wenn man nur oberflaechlich einem Ort begegnet wie man es in zwei oder gar einem Tag nur kann?
Aber wie es besser machen wenn ein Land so gross ist und die zu sehenenden Orte soviele sind...

Wir haben uns erstmal ziemlich auf schnelles Reisen konzentriert, sind an vielen Orten nur ein, oder zwei Tage geblieben und bis auf Rio und jetzt in Salvador bisher nie mehr als drei Tage geblieben. Das Resultat war fuer mich das Gefuehl sich verloren zu fuehlen, weil man ueberall war und doch nirgendwo richtig ankommt. Ausserdem habe ich ganz schnell so etwas wie eine Saettigung verspuert, kein Interesse oder besser gesagt keine Interessensresscourcen mehr zu haben um neues aufnehmen zu koennen. Unsere erste Gegenmassnahme ist sich auf weniger Orte zu reduzieren und gleichzeitig an den wenigen Orten zu versuchen ewas laenger zu bleiben und zwischendurch immer mal wieder laengere Strecken mit dem Bus zu machen. Das gibt einem zumindest nachher auch das Gefuehl voran gekommen zu sein. Also ist weniger oft mehr?
Die naechsten Wochen werden es zeigen.
Ein weiterer Ansatz um damit besser umgehen zu koennen ist fuer mich das bewusste Reflektieren. Mich auf einige eigene Vergleichs- bzw. mir wesentliche Wahrnehmungsgesichtspunkte zu konzentrieren.

Einige wichtige Fragen fuer mich sind immer
- Fuehle ich mich (wohl) sicher?
- Wenn nicht, wie fuehlen sich wohl die Einheimischen? Fuehlen sie sich sicher?
- Was sind Besonderheiten des Ortes?
- Welche Auswirkungen hat das Klima auf mich und vielleicht auch auf die anderen Menschen?
- (Aus persoenlichem Interesse) wie ist die Infrastruktur, der Nahverkehr?

Ein besonderes Augenmerk hat, man muss sich allerdings gar nicht sehr darum bemuehen, der Wahlkampf.
Brasilien waehlt soweit ich weiss im Oktober seinen neuen Praesidenten. Was sind Mittel im Wahlkampf, wo sind Unterschiede?
Zunaechst ist der Wahlkampf sehr laut und bunt, sprich lebendiger. Es gibt nicht nur Plakate und Flyer.
Es gibt Waegen mit riesen Musikanlagen die untermalt mit Musik die Botschaften der Politiker verbreiten. Es soll sogar Waegen mit tanzenden Menschen wie bei Carneval geben... Ausserdem gibt es hier viele Waende, also Mauern die mit den Namen von den verschiedenen Kandidaten und ihren Listenplaetzen verziert sind. Und in Belo Horizonte habe ich um einem Obelisk im Stadtzentrum ganze Massen von Menschen mit wehenden Fahnen gesehen. Lustig ist auch was in Sao Paulo zu bewundern war, wenn an der Strasse Wahlplakate oder auch Werbetafeln stehen, steht immer auch ein Mensch daneben der das Plakat bewacht das es nicht geklaut wird. Ihr koennt euch ausmalen wie es aussieht wenn man eine Strasse entlang faehrt und dort zwanzig Schilder mit Bewachern stehen... Und ausserdem hat jeder Kandidat Werbefreiminuten im Fernsehen fuer sich...

Weil dieser Beitrag schon jetzt viel zu lang ist, ende ich hier erstmal und verweise mit Freuden auf meinen Blog http://www.dawide.de.tc/ Dort melde ich mich regelmaessig mal, der Blog ist sozusagen die Ergaenzung zu meinen wohl recht wenigen Rundmails.


Ich sende allen Liebe Gruesse

....aus dem sehr warmen und sehr afrikanischen Salvador im Norden von Brasilien. Welches zugleich sehr touristisch ist und deswegen auch vielen Armen, die auf Touristen spezialisiert sind, die dich sehr bedraengen und sehr direkt ansprechen und von dir das Geld regelrecht einfordern, viele appelieren sehr deutlich an dein Schuldgefuehl und versuchen dich sogar mit Seelenheil und Dank Gottes zu erpressen...
Ansonsten gibt es alte bunte schoen verzierte Haueser, kleine Gassen, viele Laeden, afrikanisches Handwerk.
Schoen sind gerade die schmalen Nebengassen denn die sind nicht so touristisch das heisst ruhiger, allerdings sollte man alleine nicht unbedingt zu jeder Zeit in diese hineinlaufen... Einen wundervollen Blick aufs Meer, zum Beispiel bei einem Drink oder Beer auf einer Dachterrasse ist auch zu haben. Und richtig gute frische Fruchtsaefte nicht son Geploere wie in Europe...

und freue mich auf Reaktionen, Verurteilungen, Gruesse

David

02.09.2006

Mal wieder ein langer Eintrag mit viel Rueckblick, einigen ersten Berichten des Reisens und einer Offenbarung meiner neuen Plaene und weiteres...

Rueckblick
Natuerlich ist auch mir die Haustobias-Zeit bzw. der Abstand von derselben sehr nahe gegangen und war zugleich sehr schoen, da er durch die Klassenfahrt auf schoene und sehr intensive Art abgerundet wurde.
Die Woche in der ich zuhause war und bevor ich geflogen bin, war ein Dazwischen. Und so voller Spannung, da ich dennoch die ganze Zeit schon weiter geplant hatte - die ganze Zeit genau bis zum Flug nach Brasilien (natuerlich ein bisschen darueber hinaus, aber nicht wesentlich). So war ich zum Beispiel total erschoepft als ich hier ankam und hatte eigentlich das Gefuehl Erholung zu benoetigen. Da ich die ganze Zeit auf den Flug bzw. das nach Brasilienverschwinden hingelebt hatte.
Allerdings ging es hier gleich weiter mit einer sehr intensiven und sehr anderen Realitaet, Der Connectivity-Realitaet: Eine Woche angespannter Bueroalltag, sehr viele Leute um mich herum, dann die Tagung mit noch mehr Leuten um mich herum und zuletzt nach der Tagung das Workcamp mit etwa fuenfzehn Leuten permanent um mich herum plus die Leute mit denen ich in dem Projekt gearbeitet habe. Dies war mehr als ein Monat (fuenf Wochen) voellig ueberladen, mit Menschen, Programm und kaum Rueckzugsmoeglichkeit.
Anschliessend bin ich noch zwei Wochen in Pequeno Principe geblieben.

Losreise
Ehe wir letzten Montag (28.August 2006) losgereist sind. Auch hier noch mit einer Gruppe (wir sind zu fuenft), bis nach Parati. Einem kleinen Ort an der Kueste Richtung Rio etwa 300 km von Sao Paulo entfernt. Dieses Parati ist sehr beschaulich und gemuetlich. Es hat viele buntbemalte Haueser und gepflasterte Strassen ueberall und man hat das Gefuehl das Lebengeht hier etwas langsamer, wenn auch etwas touristisch zu. Das Meer ist in ganz vielen kleinen Buchten zu bestaunen und zu geniessen, die umgeben sind von leichten Bergen, die selten den Blick auf das offene Meer total freigeben. Hier sind wir in einem Hostel untergekommen, da es ziemlich geregnet hat, was den Strandaufenthalt etwas getruebt hat.
Am Donnerstag sind wir losgefahren Richtung Rio, etwa 250km... Hier sind wir gegen Mittag angekommen und haben uns dann bei einer sehr netten Familie ueber den Hospitalityclub einquartieren koennen... Eigentlich wollten wir uns trennen, da 5 Personen einfach echt viele sind und wir fuer drei Personen angefragt hatten. Da unsere Alternativen ausgefallen sind, hatten wir uns schon ueberlegt das zwei Personen ins Hostel gehen und wir uns die Kosten teilen. Jedoch wurden wir dann von der Familie, beinahe schon empoert eingeladen alle hier zu uebernachten.
Nun sind wir also seit eineinhalb Tagen in Rio und haben uns schon an der Copacabana die Tasschen leeren lassen... Es kamen, es war schon recht dunkel bzw. daemmrig am Strand, sechs Joger, die uns ploetzlich umkreist haben. SIe haben uns recht eindringlich aufgefordert unser Geld rauszusetzen und wir mussten uns in den Strand setzen. Sie haben erst meinen Geldbeutel genommen, denen ich ihnen gegeben habe. Da war natuerlich nicht viel drin, weil wir natuerlich bei der Familie unsere Wertsachen und Gepaeck und das meiste Bargeld abgeladen hatten. Daraufhin haben sie meine anderen Taschen auch noch durchsucht und auch noch die anderen Bargeldbestaende gefunden.
Wir haben uns nachher ziemlich geaergert, weil wir uns recht doof angestellt haben. Jedoch ist uns nichts passiert und es ist vielleicht auf eine Art gar nicht so schlecht wenn einem auf recht harmlose Weise einmal was passiert, so dass man dann dafuer sensibilisiert ist und die Gefahr nicht nur als abstrakte Tatsache wahrnimmt. Ein bisschen fuehlt man sich natuerlich auch verunsichert, wie tief dieses Gefuehl ist wird sich zeigen.
Heute waren wir in Santa Teresa einem ganz niedlichen Kuenstlerviertel in welches man nur mit einer kleinen ziemlich antiquierten Strassenbahn, welche nur ein Abteil hat, gelangt.
Heute Abend haben wir mit der Familie zusammen gekocht und wollten eigentlich auf eine Sambaveranstaltung gehen, diese ist aber ausgefallen, so dass wir sie auf Sonntag verschoben haben. Zum Abendessen war noch eine Freundin von uns da, die durch den Hospitalityclub einige Haueser weiter untergekommen ist. Diese wurde von den Eltern dann auch noch freundlicherweise bei uns einquartiert, so dass wir jetzt hier statt mit drei mit sechs Personen uebernachten. Und das fuer vier Naechte, da bekommt man vielleicht eine Vorstellung von dem Ausmass der Gastfreundschaft hier...

Plaene und Zukuenftiges
Montag werde ich endlich starten nur mit Claire zu reisen und zwar zuerst nach Belo Horizonte, eine Stadt etwas im Landesinnern - etwa acht Busstunden entfernt von Rio.
Dieser Punkt nur mit Claire zu reisen wird fuer mich erstmal eine ziemliche Befreiung sein, denn es wird seit bald zwei Monaten die erste laengere Etappe sein, wo ich nicht permanent mit vielen Leuten unterwegs sein werde.
Wir planen den September fuer Brasilien (Belo Horizonte, zurueck zur Kueste und Richtung Noden bis Bahia, von dort ins Landesinnere nach Brasilia und Cuiaba) zu verwenden und Anfang von Oktober nach Bolivien zu reisen um den Rest des Oktobers und den ganzen November fuer Bolivien und Peru zu verwenden. Ehe wir Anfang Dezember gemeinsam nach Argentinien reisen werden. Ehe ich wohl um den zehnten Dezember Claire verabschieden werde und die restliche Zeit alleine in Buenos Aires und dem suedlichen Brasilien, sowie eventuell Uruguay und Paraguay zu verbringen.
Soweit ist die momentane Planung. Ich bin gespannt wie sich alles verwirklichen wird.
Jetzt habe ich viel ueber Plaene und Erlebnisse geschrieben und doch nicht mit vielen Worten gesagt wie es mir damit geht...

Auf bald