19.06.2007

Morgen...

...sage ich am 19. und meine damit Morgen. Morgen, werde ich wieder aufbrechen nach Südamerika. Dieses Mal ist der Rahmen klarer, es werden nur sechs Wochen sein, wir werden nicht an so vielen Orten sein, sondern vor allem in Lima, Peru.
Es ist irgendwie überschaubar und doch bedeutet diese Wiederbegegnung mit Südamerika für mich viel mehr als eben nur dort ein Workcamp zu machen. Das Workcamp ist wichtig und ich bin mittlerweile echt auch stolz darauf, da Ich es recht alleine mit Claire in Deutschland und in Zusammenarbeit mit Michaela in Peru auf die Beine stelle. Auch ist es von der Vorbereitung echt gut und ich habe das Gefühl ich kann recht gut vorbereitet und ruhig dorthin gehen.
Natürlich wird noch wieder vieles anderes sein, einfach schon weil Südamerika ganz anders funktioniert als Europa. Aber darauf freue ich mich auch.
Neben dem Workcamp selbst, steht es wieder auch an ganz viele Menschen zu treffen, teilweise auch wieder zu treffen um Kontakte zu festigen und auch vorwärts zu denken in der Zusammenarbeit mit Peru. Es steckt da ganz viel Potential drin, so dass durchaus denkbar ist das wir noch öfters da sein werden um gezielt dort zu arbeiten und / oder auf anderen Ebenen Dinge vorwärts zu bringen.

Aber auch für mich ganz persönlich steht Lima sehr im Kontext meiner Zukunftsfrage, da Michaela gerade in Lima an dem Aufbau eines Mikrokreditsystems arbeitet und das interessiert mich sehr. So wird es auch für mich persönlich wieder auch eine sehr spannende Zeit.
Ich hoffe in den nächsten Wochen mal etwas zur Ruhe zu kommen. Das habe ich in den letzten Wochen in Deutschland kaum geschafft. Soviel gab es zu bedenken, zu koordinieren, zu telefonieren, zu schreiben, zu verschicken, zu tun...
Aber es ist ein sehr schönes Gefühl, ausgehend von dem Stand das wir noch bis vor einem Monat unsere Flüge sowie alle anderen Kosten selber hätten tragen müssen und nun Dank unserer Mühen beinahe all unsere Ausgaben (natürlich kein Gehalt, aber das erwarte und brauche ich für den Moment auch gar nicht) gedeckt sind.

Ich hoffe ich werde wieder viel schreiben und reflektieren. Dieses Mal habe ich eine digitale Kamera dabei und kann so auch auf eine andere Art fotografieren als mit meiner analogen Spiegelreflexkamera ohne sämtliche Automatik bei meiner Reise. Auch darauf freue ich mich schon!

Aus aktuellem Anlass habe ich soeben noch einen alten Post veröffentlicht in dem ich über meine Lima-Zeit geschrieben habe, den ich aber nie auf meinen Blog geladen hatte weil ich ihn für unfertig hielt. Und dann ist er in dem was danach kam untergegangen.

Ich wünsche euch allen einen schönen europäischen Sommer und freue mich ganz arg euch bald wieder zu sehen.

Liebe Grüße
David

Aus aktuellem Anlass hier ein alter Beitrag in dem ich von der Zeit in Lima berichte, also vonNovember 2006

Lima aktiv und die Dokumentation einer langen Reise und ein Ausblick auf Buenos Aires

Hola ihr Lieben,
Kurzueberblick:
Mittlerweile bin ich in Buenos Aires, davor habe ich dreieinhalb Tage im Bus verbracht, um von Lima wo ich die zwei Wochen zuvor verbracht habe nach Buenos Aires zu gelangen. Hier in und eventuell um Buenos Aires habe ich jetzt noch einige Zeit um in ein Projekt einzutauchen und die Stadt und Leute kennenzulernen. Donnerstag werde ich Claire endgueltig nach Sao Paulo verabschieden, ehe sie in drei Wochen zurueck nach Deutschland fliegt.
Ich selber werde bis Mitte Januar vorraussichtlich im Grossraum Buenos Aires sein, ehe ich vorraussichtlich ueber Zwischenstation in Foz do Iguazu bei den wunderlichen Wasserfaellen nach Sao Paulo zurueckkehre. Von wo aus auch ich, nach zwei bis drei Wochen in Pequeno (dem Projekt wo ich das Workcamp gemacht habe) und einigen Leuten treffen in Sao Paulo, dann im am 8.Februar zurueck nach Deutschland fliegen werde.
Deutschen Boden werde ich vorraussichtlich am 9.Februar auf dem Flughafen in Frankfurt gegen 14:10 wieder betreten, Abholkommitee willkommen :-)

Kurzueberblick Ende, all denen den es nur um einen Ueberblick geht und den Reisebericht eh chronisch zu lang sind die koennen hier aufhoeren....
Nun dann man rein ins Geschehen:
Das letzte Mal habe ich mich gemeldet als ich gerade in Lima angekommen war. Seitdem sind wohl drei Wochen vergangen und viel ist passiert.
Die erste Woche haben wir bei einem Mitarbeiter von ANIA, einer Organisation gewohnt die sich zum Ziel gemacht hat jedem Kind einen Quadratmeter Land zu geben den es selbststaendig und selbstverantwortlich gestalten kann. Auf diesem Wege sollen die Kinder zur Bewusstseinentwicklung fuer die Erde, fuer ihre Umwelt ueberhaupt und auch fuer soziale Zusammenhaenge ueberhaupt angeregt werden. Sie sind sehr erfolgreich und es gibt sehr viele Projekte von ihnen. Javier, der Mitarbeiter bei dem wir gewohnt haben, wollte uns die ganze Zeit ueberzeugen in ein Childrensland in den Regenwald zu fahren. Es war offensichtlich sein Herzensprojekt - leider war es von Lima 20 Stunden mit dem Bus und waere fuer weniger als eine Woche zuviel geworden. So haben wir in der ersten Tage einige ruhige Tage in Lima verbracht. Am Wochenende haben Javier und seine Freundin ganz tolle Ledergeldbeutel selber gemacht, die sie wie auch andere Dinge ueber einen Freund zu Gunsten diesen Projektes verkaufen lassen. Bei der Gelgenheit habe ich mir auch ein tolles Portemonaire gemacht (schreibt man das so...?), auf das ich maechtig stolz bin, und ein Maeppchen fuer Stifte in der Hosentasche weil ich immer welche mit mir rumschluere und dadurch zum Einen regelmaessig meine Hosen einsaue (Stichwort auslaufende Kugelschreiber) und Fueller in der Hosentasche immer gerne kaputt gehen. Danach hatte ich tagelang gruene Finger vom Faerben des Leders... :-)
Nach etwa einer Woche mit Ausruhen und Pazifikbesuchen sind wir zu einer Freundin von Claires Mama umgezogen. Michaela ist eine Deutsche, die mit ihrer Familie seit etwa drei Jahren in Lima lebt. Michaela ist sehr aktiv in sozialen Projekten, aber vorallem im Vernetzen von Menschen und Projekten und Moeglichmachen von Ideen.
Wir durften eine Woche bei ihrer Familie leben und von ihren Kontakten profitieren.
Nachdem wir uns sehr intensiv und viel unterhalten haben in den ersten zwei Tagen wussten wir recht gut, was fuer uns interessant ist und was Michaela uns bieten kann und will.
Es war immer wieder beeindruckend, wie ihr noch etwas einfiel und dann ganz schnell daraus konkretere Ideen oder Kontakte entstanden.
Wir haben also in einer Woche wahnsinnig viele Projekte gesehen und aktive Menschen getroffen.
Ich fasse kurz zusammen wen wir getroffen haben in dem ich einen Ueberblick ueber diese Woche gebe und gehe dann auf einzelne Erlebnisse weiter ein:

Montag: Umzug mit Taxi von Javier zu Michaela, quer durch Lima.
Dienstag: Gedankenaustausch, kurzer Besuch und Besichtigung des Colegios San Christopherus, einer anthrophosophischen Behindertenschuleinrichtung. Abends zusammentreffen mit einem dt. Maedchen die in dem Projekt wo sie als Volunteer ist, unzufrieden ist. Wir vermitteln gemeinsam mit Michaela.
Mittwoch: Alternative Stadtrundfahrt mit Alois (Deutscher der schon lange in Lima lebt, er baut Oekosilos zur Nutzung von Bioabfaellen zur Kultivierung Limas, Lima ist ohne Bewaesserung und dies Wueste, vorallem aber bewusstseinsbildene Arbeit in dem er den Leuten zeigt wie sie mit Grauwaessern und Kompost ganze Landstriche begruenen koennen, er ist an ganz vielen kleinen Orten sehr erfolgreich, seine Arbeit und Heransgehensweise ist tief beeindruckend). Wir sehen, Schulen mit riesigen Gemuesegaerten und Trassen, Behinderteneinrichtungen, ein Krankenhaus, eine Comedor (Volkskueche), einen Mercado der durch seine Initiative nun frei von herumliegendem Muell ist, die Pueblos Jovenes (junge Orte, grosser Teil von Lima, all die Siedlungen die in den letzten dreissig Jahren entstanden sind und entstehen und zum Teil nur aus Wellblech sind bzw. aus dem was die Leute halt finden und zusammentragen koennen). Bei der Fahrt ist Manuel dabei, Volunteer aus Dt. - er sucht sich hier seinen Platz. Abends begleite ich ihn zu einem Vorstellungsgespraech in einem Strassenkinderprojekt. Bei der Gelegenheit lasse ich mich einladen ihre Arbeit auf der Strasse eines Abends zu begleiten.
Donnerstag: Treffen mit Bettina von Aynimundo, Yvan und Maike (Ivan ist erster anthrophosophischer Arzt in Peru, Maike leitet Mediviscum - eine Firma in der Ivan und sie die Forschung von bisher noch alternativen Medikamenten vorantreiben auf schulmedizinischen Standards damit diese als gleichwertige Medikamente anerkannt werden, sehr erfolgreich in der Misteltherapieforschung, ausserdem seit Neuem Leiterin von Weleda in Peru).
Austausch ueber Ideen und Arbeit, gemeinsames Essen, anschliessend fahren wir mit Bettina ins Casa de la CUltura, Hauptbestandteil und Projekt von Aynimundo (Casa de la Cultura ist ein Kulturzentrum fuer die Menschen aus dem pueblo jovenes San Juan de Miraflores, der Verein versucht den Menschen Raum zu geben fuer Ideen und ganz konkrete Lebensentwuerfe, wie zB. eine von drei jungen Maedchen eingerichtete und geleitete Baeckerei - dabei ist der Verin als solches so weit im Hintergrund wie er kann und das ziel der Arbeit ist es irgendwann als Verein ueberfluessig zu werden). Abends gehe ich mit den Mitarbeitern des Strassenkinderprojektes und Manuel mit auf die Strasse. Bekomme einen klaren Eindruck sozialer Realitaet (Klebstoffschnueffelnde Kinder, rauhe Umgangsweise bzw. fehlendes Empfinden fuer und der guten Arbeit die dieses Projekt leistet.
Freitag: Ausruhtag, Austausch ueber moegliches Volunteerprogramm, eine Idee festigt sich.
Samstag: Nachmittags treffen wir zwei Maedchen die aus dem selben Projekt sind, wie das andere Maedchen welches wir Dienstag getroffen haben und von ihr unseren Kontakt haben. Hier wieder: Suche nach Moeglichkeiten fuer die Beiden, Bemuehung herauszufinden was die Beiden wollen und entsprechende Ideen gemeinsam zu entwickeln. Abends veranstalten wir ein Essen und Treffen mit allen aktiven Projekten und Kontakten die wir zusammen bringen wollen. Joaquin von ANIA kann nicht, wir bekommen einen Termin fuer Montag bei ihm. Dafuer sind Javier und zwei ANIA Mitarbeiter mit dabei, Alois, einige Volunteers ueber Alois, Claire, Michaela und ich.
Sonntag: Wiederzusammentreffen mit Anna, die wir in Cochabamba vor fuenf Wochen etwa verabschiedet hatten, Essen und Besuch bei Maler Salvador ausserhalb Limas der sein Gelaende oeffnet fuer die Menschen drumherum und aus deren Zusammenarbeit ganz viel entsteht, Kunst, Kunsthandwerk, Musikinstrumente. Ein kulturell beindruckender Ort.
Montag: Ueberlegungen in Lima zu bleiben und nicht nach Bs As zu fahren, zumindest nicht jetzt. Arztbesuch, mit dem Ergebnis die Lamblien nicht in Bolivien hinter mir gelassen zu haben. Vorher Treffen mit Joaquin von ANIA, zusammen mit Alois und Michaela, ein fruchtbarere Austausch zwischen Joaquin und Alois entsteht - die schon lange mit gleichem nebeneinander her arbeiten. Abends Gespraech ueber die Realisierung eines Workcamps im Sommer in Lima, Austausch ueber die Volunteeridee und wie die Betreuung sich realisieren laesst. Nach einem offenen Gespraech mit Claire beschliesse ich vorbehaltlich gesundheitlicher Faehigkeit mit ihr am kommenden Morgen nach Buenos Aires zu starten.

07.06.2007

Peru, Lima und der Gedanke eines Grundeinkommens

Also mal wieder nach langem einen Eintrag:
Am 20.Juni geht es also wieder nach Südamerika dieses Mal nur für sechs Wochen. Sechs Wochen in die Hauptstadt von Peru, Lima.
Dort haben Claire und ich schon letzten November viele Kontakte geknüpft!
Daraus ist die Idee entstanden diesen Sommer ein Workcamp dort durchzuführen.
Wir werden also in der heilpädagogischen Schule San Christoferus eine ökologische Wasseraufbereitungsanlage bauen.
Das Workcamp selbst wird vier Wochen dauern und zur Vorbereitung und Vertiefung von Kontakten, werde ich also insgesamt vom 20.Juni bis 28.Juli in Lima sein.
Für alle die das Workcamp interessiert bzw. die interessiert was wir da machen hier der Link: http://www.idem-network.org/index.php?id=310&L=10
Somit sind also die nächsten ein einhalb Monate klar.
Die Vorbereitung dafür ist und war sehr viel Arbeit und lag komplett bei mir und Claire. Es ist und war nicht einfach, aber eine gute Erfahrung mal wieder ein Projekt vom ersten Schritt bis zum zur Nachbereitung selber durchzuführen...
Es hat für Claire und mich in den letzten zwei Monaten bedeutet beinahe fulltime für dieses Workcamp zu arbeiten.

Wieder einmal habe ich festgestellt wie dringend das bedingungslose Grundeinkommen ist. Denn momentan läuft es darauf hinaus das ich arbeite und in der Zeit nur arbeite um Geld zu bekommen um in den kommenden Monaten Kapaziäten frei zu haben um das zu tun was ich für wichtig und anstehend betrachte zu tun.
Keine gute bzw. eine totale Notlösung da viel Energie mit der ich viele gute Arbeit tun könnte verloren geht bzw. unnötig gebunden wird. Und ich kann einer Aufgabe die es nötig hat nicht kontinuierlich nachgehen. Das ist nicht nur ärgerlich sondern verkompliziert Vieles und oft muss ich mich dann mühevoll in eine Sache wieder einarbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf die Initiative Arbeit sucht Einkommen hinweisen. Dies ist eine erste Plattform im Internet die konsequent den Gedanken des Grundeinkommens auf Menschen anwPost veröffentlichenendet, die sehen das sie ihre Aufgabe gefunden haben unddafür Arbeit tun die allgemein aus Sicht der Gesellschaft nur ehrenamtlich passieren kann und bisher nicht bezahlt wird. Somit stehen sie in dem selben Zwiespalt wie ich momentan.

Über meine Zukunftsplanung werde ich bald mal noch einen seperaten Eintrag schreiben. Auch über all die Projekte und Dinge die außer dem Lima-Workcamp anstehen berichte ich bald!

Was natürlich immer gilt, ist das ich auf der Suche nach finanzieller Unterstützung bin.
Gerade besteht sogar projektgebunden die Chance etwas zu spenden und das über die Steuern abzusetzen und trotzdem könnte es mir dann zukommen. Wer da Interesse hat oder mich ganz einfach unterstützen möchte, der erreicht mich jeder Zeit über die E-Mailadresse: david@idem-network.org
Ich gebe zu das dieser Ansatz noch nicht ausgereift ist, daran arbeite ich aber. Es ist nicht plump gemeint - soll nur schlichtweg die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung aufzeigen!

06.06.2007

Widmung von Lena

http://www.fotolog.com/m_lena/32938843

Lena Voller, mit der ich zeitweise in Südamerika zusammen unterwegs war, die bei mir im Workcamp als Teilnehmerin war und mit der ich in Buenos Aires einige Zeit zusammen gewohnt habe, hat mir eine Widmung auf ihrem Fotoblog geschrieben. Weil ich die Widmung mag und Lena als gute Freundin auch, habe ich die Widmung mal hier verlinkt. Viel Spaß beim Lesen...