28.10.2007

Begegnung, Gemeinschaft, Gespräch, Ich


Vier Worte und das was ich damit verbinde, sind gerade der Raum für ganz viel Erlebnisse.
Ich genieße es total im Alltäglichen Menschen um mich zu haben, ein gemeinsames Alltägliches zu haben. Aber eben gerade hier auch wenn jeder Viel macht, hat das überhaupt nicht die Konsequenz das Jeder nur für sich ist, sondern immer wieder ist Gespräch, ist Gemeinschaft erlebbar. Gleichzeitig kann ich jeder Zeit in mein Zimmer gehen und die Tür zu machen oder offen lassen. Völlig unwichtig.
Wichtig ist das ich für mich selber wieder in eine Balance zwischen eigenem Raum und offenem, öffentlichem Raum oder gemeinschaftlichen Raum kommen kann - aus der Option des Eigenen.

Bild: Sechs Menschen waschen rote Kleidung

Besonderer Verweis auf den Blog von Idem

Wie viele ja wissen, arbeite ich viel für Idem - identity through initiative e.V.

Da das für Viele nicht gerade klar sein dürfte was ich da eigentlich mache und was wir auch da ganz konkret machen, möchte ich auf den Idem-Blog verweisen. Hier berichten wir immer was aktuell gerade passiert und wo wir unterwegs sind: Idem-Blog

Viel Spaß beim Lesen

David

18.10.2007

Umzug / Ankommen

So nun bin ich also umgezogen. Habe wieder ein festes Heim, die Zeit seit dem Ankommen hier am Dienstag Abend ist mit werkeln in meinem Zimmer, einräumen, mich hier einfinden und auch einfühlen vergangen. Einfühlen in das Wiederhaben eines eigenen Zimmers. Fazit: wunderbar.
Besuch ausdrücklich erwünscht! so als signal an alle die ich immer besucht habe :-)
Bald mehr.

Neue Adresse und Telefonnummer schicke ich die Tage per Mail rum.

12.10.2007

Ein paar Fragen an mich und Idem

Vor einigen Wochen, Anfang September haben wir mit einem größeren Kreis eine Idem-Klausurwoche gemacht. Um darüber nachzudenken was die Idemarbeit ist, wie es weitergehen soll. Nun hatte ich aufgrund der Anfrage für einen Artikel über Idem nochmal die Gelegenheit eine ganz persönliche Idem-Klausur auszutragen. Hier ist das / die Resultat(e)

David


Wer bist Du, warum bist Du bei Idem (kurz)?

David Masuch, 22 Jahre alt, seit zwei Jahren intensiv mit und für Idem unterwegs. Schon während der Schulzeit mit 15 habe ich begonnen mich selbst einzubringen in Jugendprojekten und seitdem ist das eine Konstante. Es fühlt sich gut und richtig an, Idem ist mir Spiegel, Raum mich im Prozess mit Aufgaben und anderen Menschen zu erleben.

Es gibt heute einige Möglichkeiten, sich bei Projekten sozial zu engagieren. Warum braucht es Idem? Was macht Idem aus?

Idem ist für mich die Verbindung aus Projektarbeit und dem Umgehen mit den Themen der Zeit. Initiativ sein mit Idem ist eine Bewegung im Räumlichen, nach Außen und nach Innen.

Idem ist nicht nur Aktion, Projekte und genau so wenig nur ein über die Probleme der Welt nachdenken und philosophieren. Viele junge Menschen spüren das es an der Zeit ist sich selbst in die Welt zu stellen, sie wollen Selbstwirksamkeit erfahren in Berührung mit der Welt, einer anderen Kultur oder ihren Mitmenschen.

Idem bietet Raum zur Begegnung und Offenheit die eigenen Projekte, Ideen oder Visionen auszuprobieren. Möglichkeit zum aktiven in die Welt treten und die Welt (mit-)gestalten. Besonders wichtig ist für mich die Offenheit Idems, nicht ein Programm zu gestalten, sondern Menschen eine Plattform zu sein. Diese Offenheit immer wieder zu schauen was steht an, sind wir mit unseren Angeboten bei den Menschen?

Inwiefern spielt die Identitätsbildung eine Rolle? Wie ist es zur Namensgebung gekommen?

Zentrales Motiv der Idem-Arbeit ist die Identitätsbildung junger Menschen, ich selbst bin auf der Suche zu Idem gekommen. Idem kann und will nur das sein, was die Menschen die sich als Teile von Idem verstehen daraus machen. Es gibt Niemanden der mir sagt was ich zu tun habe, jede Aktion im Außen stellt eine Anfrage an mein Innen, an mein Ich.

Es gibt keine Instanz im Außen die mir Perspektiven aufzwingt und einen Möglichkeitsrahmen einengt. Die einzige Instanz bin Ich. Viele junge Menschen kommen über den Impuls etwas zu bewegen zu Idem, gehen in Begegnung im Außen und stoßen dabei noch deutlicher auf einen Impuls, auf Fragen im Innen - viele junge Menschen kommen deswegen wieder oder stellen sich mit eigenen Ideen in Verbindung zu Idem.

Die Namensgebung Idems habe ich selbst noch nicht miterlebt.

Wie gestaltet sich der Weg von der Idee des Einzelnen bis hin zur kollektiven Initiative?

Zunächst äußern sich bei mir selbst so Ideen in einer Begeisterung. Manchmal vergehen sie wieder nach kurzer Zeit, dann haben sie wohl keine Bedeutung für den Moment. Was wichtig erscheint bleibt. Begleitet mich, wird ausgesprochen. Betrifft noch mehr Menschen. Aus dem Umgang mit der Idee entstehen weitere, Kontakte tun sich auf.

Oft höre ich im Gespräch von Anderen geäußerte Ideen, ich versuche dann praktische Unterstützung anzubieten und Mut zu machen. Mut zu den Ideen zu stehen, ihnen Bedeutung zu zugestehen. Habe ich mich einmal mit einer Idee verbunden, werde ich bei anderen Menschen auf Resonanz stoßen. Wenn andere Menschen die Authentizität einer Idee erleben, dann wird daraus eine „kollektive“ Initiative.

Nicht weil sich Menschen hinter einer Idee stellen, sondern weil Sie selbst die Bedeutung dieser Idee aus sich heraus erleben können, als für Sie selbst an der Zeit. Andernfalls wird eine Idee nur schwerlich breite Unterstützung finden.

Wie erlebst Du die Jugend heute? Was hat deiner Meinung nach die globale Entwicklung mit der ‹heutigen Jugend› zu tun?

Die heutige Jugend ist auf der Suche, spürt im Grunde das Vieles was ihr geboten wird nicht echt ist, menschlich keine Echtheit hat, dass viel Angebotenes rein wirtschaftliche Interessen hat. Gerade in der Suche nach Echtem, nach nicht Verkäuflichem – muss jeder junge Mensch individuell suchen. Viele junge Menschen sind nicht mehr bereit überkommene Lebensentwürfe zu übernehmen - oder kämpfen mit den doch angenommenen alten - sondern suchen sehr ernsthaft neue, eigene Wege.

Gerade die extreme Entgrenzung und Beschleunigung, bringt die heutige Jugend in das Bedürfnis sich selbst in Wirksamkeit an und mit seinen Grenzen zu erleben: Sei es im Extremsport oder in dem Erlebnis, der Interaktion mit Menschen in eine Balance zwischen Innerem Bedürfen und Äußerem zu finden. Dabei Jeder aus seiner ganz individuellen Perspektive.

Was hält Dich persönlich an Idem fest?

Die Gewissheit für mich einen Rahmen gefunden zu haben, in dem ich meine eigenen Fragen leben kann. Eine Umgebung die mich nicht in ein Bild zementiert, sondern mich als in Bewegung seiendes Individuum wahrnimmt. MIch selbst im Prozess sein lässt. Gleichzeitig die Möglichkeit zu reisen und anderen jungen Menschen Ich-Erfahrungsraum anzubieten.

10.10.2007

Gewissheit eines bald kommenden Eigenen

An einem Punkt verdichtet sich im Äußeren wieder Etwas bei mir. Nächste Woche werde ich nach Dortmund-Kruckel umziehen. Das ist ein äußerliches Ereignis. Und doch ist es mehr, es wird nach mehr als einem Jahr (Juni 2006 bis Oktober 2007), eine Zeit des Reisens beenden. Reisens im Sinne von Unterwegs sein ohne festen Standort. Ich werde auch weiter viel unterwegs sein.
Dennoch ist es ein Einschnitt!
Ein Unterwegssein ohne einen festen, eigenen Raum ist ein ständiges Kraftschöpfen müssen aus einem inneren Zuhausesein. Auf lange Zeit habe ich gemerkt, dass ich das nicht halten kann, ich weiß wie anstrengend das Unterwegs sein ist. Ich habe wenig Rücksicht darauf genommen.

Ich habe das Reisen gesucht aus dem Impuls die Welt zu sehen und in Bewegung zu sein mit den Dingen. Ich liebe es zu reisen.

Friedel beschreibt schön, wie das anhaltende Unterwegssein ein Innehalten schwer macht. Immer will etwas Neues wahrgenommen werden. Kommt etwas Neues. Gilt es sich mit einer neuen Umgebung zu arrangieren. So können zwei Wochen bedeuten: Fulda-Dortmund-Basel-Freiburg-Berlin.
Reisemittel Mitfahrgelegenheiten, Trampen, Nahverkehrszüge, ein ständiges Improvisieren.
Was bedeutet das - ein anhaltendes Dazwischen. Ein längeres Wochenende in Hamburg kann ich gar nicht begeistert erfassen, bei einem Nachtreffen dort gehe ich abends ins Bett anstatt mit den Anderen wegzugehen - aus Erschöpfung. Aus Ringen zu mir selbst. Ein Tag wird genutzt um die Workcampabrechnung zu machen, Hamburg bleibt recht unbesehen. Schade.
Das Reisen erschöpft sich in mir selbst.

Die Sehnsucht nach einem Zuhause wird überstark - Ankommen, zugleich das Gefühl einer Unsicherheit was es bedeutet mich mehr wieder in an einen Ort orientiertes Leben zu begeben.
Zugleich spüre ich ein bisschen die Angst mir Illusionen zu machen über die Bedeutung eines festen Ortes.

Eine Gewissheit ist da: Im Mittelpunkt steht immer das Ich, als Impulsgebende und -formende Instanz.
Ich freue mich zumindest demnächst wieder mich äußerlich in etwas zu wissen, an das sich das Ich im Außen anlehnen kann, wenn es sIch mal in sich erschöpft oder verloren fühlt.


Meine äußere Adresse wird sich auch ändern und ich werde Sie dann noch bekannt geben.