12.10.2007

Ein paar Fragen an mich und Idem

Vor einigen Wochen, Anfang September haben wir mit einem größeren Kreis eine Idem-Klausurwoche gemacht. Um darüber nachzudenken was die Idemarbeit ist, wie es weitergehen soll. Nun hatte ich aufgrund der Anfrage für einen Artikel über Idem nochmal die Gelegenheit eine ganz persönliche Idem-Klausur auszutragen. Hier ist das / die Resultat(e)

David


Wer bist Du, warum bist Du bei Idem (kurz)?

David Masuch, 22 Jahre alt, seit zwei Jahren intensiv mit und für Idem unterwegs. Schon während der Schulzeit mit 15 habe ich begonnen mich selbst einzubringen in Jugendprojekten und seitdem ist das eine Konstante. Es fühlt sich gut und richtig an, Idem ist mir Spiegel, Raum mich im Prozess mit Aufgaben und anderen Menschen zu erleben.

Es gibt heute einige Möglichkeiten, sich bei Projekten sozial zu engagieren. Warum braucht es Idem? Was macht Idem aus?

Idem ist für mich die Verbindung aus Projektarbeit und dem Umgehen mit den Themen der Zeit. Initiativ sein mit Idem ist eine Bewegung im Räumlichen, nach Außen und nach Innen.

Idem ist nicht nur Aktion, Projekte und genau so wenig nur ein über die Probleme der Welt nachdenken und philosophieren. Viele junge Menschen spüren das es an der Zeit ist sich selbst in die Welt zu stellen, sie wollen Selbstwirksamkeit erfahren in Berührung mit der Welt, einer anderen Kultur oder ihren Mitmenschen.

Idem bietet Raum zur Begegnung und Offenheit die eigenen Projekte, Ideen oder Visionen auszuprobieren. Möglichkeit zum aktiven in die Welt treten und die Welt (mit-)gestalten. Besonders wichtig ist für mich die Offenheit Idems, nicht ein Programm zu gestalten, sondern Menschen eine Plattform zu sein. Diese Offenheit immer wieder zu schauen was steht an, sind wir mit unseren Angeboten bei den Menschen?

Inwiefern spielt die Identitätsbildung eine Rolle? Wie ist es zur Namensgebung gekommen?

Zentrales Motiv der Idem-Arbeit ist die Identitätsbildung junger Menschen, ich selbst bin auf der Suche zu Idem gekommen. Idem kann und will nur das sein, was die Menschen die sich als Teile von Idem verstehen daraus machen. Es gibt Niemanden der mir sagt was ich zu tun habe, jede Aktion im Außen stellt eine Anfrage an mein Innen, an mein Ich.

Es gibt keine Instanz im Außen die mir Perspektiven aufzwingt und einen Möglichkeitsrahmen einengt. Die einzige Instanz bin Ich. Viele junge Menschen kommen über den Impuls etwas zu bewegen zu Idem, gehen in Begegnung im Außen und stoßen dabei noch deutlicher auf einen Impuls, auf Fragen im Innen - viele junge Menschen kommen deswegen wieder oder stellen sich mit eigenen Ideen in Verbindung zu Idem.

Die Namensgebung Idems habe ich selbst noch nicht miterlebt.

Wie gestaltet sich der Weg von der Idee des Einzelnen bis hin zur kollektiven Initiative?

Zunächst äußern sich bei mir selbst so Ideen in einer Begeisterung. Manchmal vergehen sie wieder nach kurzer Zeit, dann haben sie wohl keine Bedeutung für den Moment. Was wichtig erscheint bleibt. Begleitet mich, wird ausgesprochen. Betrifft noch mehr Menschen. Aus dem Umgang mit der Idee entstehen weitere, Kontakte tun sich auf.

Oft höre ich im Gespräch von Anderen geäußerte Ideen, ich versuche dann praktische Unterstützung anzubieten und Mut zu machen. Mut zu den Ideen zu stehen, ihnen Bedeutung zu zugestehen. Habe ich mich einmal mit einer Idee verbunden, werde ich bei anderen Menschen auf Resonanz stoßen. Wenn andere Menschen die Authentizität einer Idee erleben, dann wird daraus eine „kollektive“ Initiative.

Nicht weil sich Menschen hinter einer Idee stellen, sondern weil Sie selbst die Bedeutung dieser Idee aus sich heraus erleben können, als für Sie selbst an der Zeit. Andernfalls wird eine Idee nur schwerlich breite Unterstützung finden.

Wie erlebst Du die Jugend heute? Was hat deiner Meinung nach die globale Entwicklung mit der ‹heutigen Jugend› zu tun?

Die heutige Jugend ist auf der Suche, spürt im Grunde das Vieles was ihr geboten wird nicht echt ist, menschlich keine Echtheit hat, dass viel Angebotenes rein wirtschaftliche Interessen hat. Gerade in der Suche nach Echtem, nach nicht Verkäuflichem – muss jeder junge Mensch individuell suchen. Viele junge Menschen sind nicht mehr bereit überkommene Lebensentwürfe zu übernehmen - oder kämpfen mit den doch angenommenen alten - sondern suchen sehr ernsthaft neue, eigene Wege.

Gerade die extreme Entgrenzung und Beschleunigung, bringt die heutige Jugend in das Bedürfnis sich selbst in Wirksamkeit an und mit seinen Grenzen zu erleben: Sei es im Extremsport oder in dem Erlebnis, der Interaktion mit Menschen in eine Balance zwischen Innerem Bedürfen und Äußerem zu finden. Dabei Jeder aus seiner ganz individuellen Perspektive.

Was hält Dich persönlich an Idem fest?

Die Gewissheit für mich einen Rahmen gefunden zu haben, in dem ich meine eigenen Fragen leben kann. Eine Umgebung die mich nicht in ein Bild zementiert, sondern mich als in Bewegung seiendes Individuum wahrnimmt. MIch selbst im Prozess sein lässt. Gleichzeitig die Möglichkeit zu reisen und anderen jungen Menschen Ich-Erfahrungsraum anzubieten.

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