10.10.2007

Gewissheit eines bald kommenden Eigenen

An einem Punkt verdichtet sich im Äußeren wieder Etwas bei mir. Nächste Woche werde ich nach Dortmund-Kruckel umziehen. Das ist ein äußerliches Ereignis. Und doch ist es mehr, es wird nach mehr als einem Jahr (Juni 2006 bis Oktober 2007), eine Zeit des Reisens beenden. Reisens im Sinne von Unterwegs sein ohne festen Standort. Ich werde auch weiter viel unterwegs sein.
Dennoch ist es ein Einschnitt!
Ein Unterwegssein ohne einen festen, eigenen Raum ist ein ständiges Kraftschöpfen müssen aus einem inneren Zuhausesein. Auf lange Zeit habe ich gemerkt, dass ich das nicht halten kann, ich weiß wie anstrengend das Unterwegs sein ist. Ich habe wenig Rücksicht darauf genommen.

Ich habe das Reisen gesucht aus dem Impuls die Welt zu sehen und in Bewegung zu sein mit den Dingen. Ich liebe es zu reisen.

Friedel beschreibt schön, wie das anhaltende Unterwegssein ein Innehalten schwer macht. Immer will etwas Neues wahrgenommen werden. Kommt etwas Neues. Gilt es sich mit einer neuen Umgebung zu arrangieren. So können zwei Wochen bedeuten: Fulda-Dortmund-Basel-Freiburg-Berlin.
Reisemittel Mitfahrgelegenheiten, Trampen, Nahverkehrszüge, ein ständiges Improvisieren.
Was bedeutet das - ein anhaltendes Dazwischen. Ein längeres Wochenende in Hamburg kann ich gar nicht begeistert erfassen, bei einem Nachtreffen dort gehe ich abends ins Bett anstatt mit den Anderen wegzugehen - aus Erschöpfung. Aus Ringen zu mir selbst. Ein Tag wird genutzt um die Workcampabrechnung zu machen, Hamburg bleibt recht unbesehen. Schade.
Das Reisen erschöpft sich in mir selbst.

Die Sehnsucht nach einem Zuhause wird überstark - Ankommen, zugleich das Gefühl einer Unsicherheit was es bedeutet mich mehr wieder in an einen Ort orientiertes Leben zu begeben.
Zugleich spüre ich ein bisschen die Angst mir Illusionen zu machen über die Bedeutung eines festen Ortes.

Eine Gewissheit ist da: Im Mittelpunkt steht immer das Ich, als Impulsgebende und -formende Instanz.
Ich freue mich zumindest demnächst wieder mich äußerlich in etwas zu wissen, an das sich das Ich im Außen anlehnen kann, wenn es sIch mal in sich erschöpft oder verloren fühlt.


Meine äußere Adresse wird sich auch ändern und ich werde Sie dann noch bekannt geben.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen