14.09.2008

Zukunftsfragen und Orientierung

Viel denke ich über die Zukunft und mich nach. Über Orientierung meiner und auch anderer junger Menschen, jedoch immer auf einem sehr hohen Niveau.

Gerade habe ich einen hoffnungsvollen und dennoch andere Maßstäbe aufzeigenden Artikel gelesen. Es geht um Haupt- und Gesamtschüler denen Zukunftsperspektiven vermittelt werden sollen.

Ich denke hohes Niveau ist wohl nicht falsch und meine Visionen sind auch was mich trägt, solch ein Maßstab kann aber wieder mal helfen die Besonderheit und die Menge der Möglichkeiten gewahr zu werden und schöpfen zu können.

Zu wissen:
Ich kann meine Zukunft weitgehend selbst gestalten und ich bin nicht (so stark) abhängig von "dem Arbeitsmarkt" (wie andere), auch wenn ich da manchmal schwanke. Mit gesellschaftlichen Konventionen hadere, Universitätsstudium und Abschlüsse. Wenn ich bei einer Projektvorstellung in einer Konferenz "wieder mal" nach meiner "Profession" befragt werde...

Im Grunde stärkt sich bei mir nur die Gewissheit: Eigene Maßstäbe sind gefragt, wollen weiter entwickelt, gestärkt und vertreten werden. Meine Frage ist schon immer wieder, welche Verbindung habe ich zur Gesellschaft und ihren Formen - seien es Abschlüsse, Verhaltensweisen, Werte, Normen?
Wie weit spiele ich mit, wo sage ich: "Stopp, ich toleriere diese Formen, aber ich will sie nicht für mich anwenden" ?

Und gerade im Studium beispielsweise der Soziologie oder überhaupt merkt man doch, wie sehr Formen willkürlich festgelegte Verallgemeinerungen sind, die aber per Definition für alle Gültigkeit haben sollen. Also: Wie sehr alle Konstrukte und Formen (der Gesellschaft) von Menschen produziert sind (und ständig reproduziert werden) und nur so lange Gültigkeit haben wie sie von den Menschen in dieser Form wie sie existieren anerkannt werden und dadurch erhalten werden. Das gerade hinter angeblich unverrückbaren Tatsachen auch nur Konstrukte der Wirklichkeit stecken.

Meine Konsequenz ist nicht die des Anarchisten oder des totalen Gesellschaftsverweigeres, der gezwungen wäre sich zum totalen Selbstversorger zu machen (weil jede Kooperation mit der Gesellschaft ihre Formen bestätigt und fort existieren lässt).
Meine ist (bisher - wird?) der Versuch eines Mittelweges, immer in der Frage gründend was kann ich / will ich mit verantworten. Mich zu fragen, wo gibt es andere Optionen, wo kann ich welche schaffen? Wissen um die Tatsachen, versuchen realistisch abzuwägen und Mut entwickeln die Schritte zu gehen die notwendig sind, gerade auch wenn sie nicht den breiten Schneisen (z.B. Uni-08/15) entsprechen.

Ein passender Vergleich ist vielleicht der mit dem Begriff Globalisierungskritiker versus Globalisierungsgegner: Der Globalisierungsgegner spricht der Globalisierung ihre Berechtigung ab, ohne zu berücksichtigen, dass gerade das Allumfassende Charakter derselben ist und dass er Teil dieser Dynamik ist. Wohingegen der Globalisierungskritiker, in die Dynamik hineinschaut, sie so weit es ihm möglich ist erkennt und daraus versucht das Wie und die Akteure gezielt zu kritisieren oder ihren Verlauf zu beeinflussen.

Was die Konsequenz im Konkreten sein wird, wird sich zeigen.

14.08.2008

FRAGMENTE BISHER NICHT VERÖFFENTLICHTER ENTWÜRFE 14.08.08 - Zweifeln ist anstrengend

Die letzten Wochen habe ich mich mal wieder damit befasst an der Uni und dem Studium dort befasst. Und das ganze hält noch an. Es gibt so vieles was man als Argumente für und gegen das Studium in dieser Form ins Feld führen könnte, dass es sich für mich allmählich die Argumente gegenseitig wieder diffus und unklar machen. Zurück bleibt ein Brei. Aus Zukunftsfragen, Was will ich mit meinem Leben? Wo hin will ich? Ist es manchmal falsch einfach mal loszugehen, wenn man keine klare Perspektive vor Auge hat, keinen Leitstern? Bzw. woran misst man dann ob man den richtigen Weg geht und wo man seine eigenen Grenzen hat. Ich merke immer mehr das gesellschaftliche Motivationen oder Begründungen nicht ausreichen und mich nicht befriedigen um meinen eigenen Rahmen zu definieren. Es scheint einmal mehr nötig eigene Maßstäbe dem äußerlich scheinbar Notwendigen entgegen zu setzen! Oft gibt es eigene Motive und Entwürfe und dann habe ich doch das Gefühl es ist noch nicht tragfähig und schrecke zurück...

16.07.2008

Warum ich im Ruhrgebiet lebe

Manchmal habe ich mich das gefragt, Warum?

Und an Tagen wie Heute fällt es mir ein warum. Es hat einfach seinen eigenen Flair, den man nicht leugnen kann. Wenn ich im Endstation.Kino im Bahnhof Langendreer sitze und der Boden im Kino vibriert weil nebenan gerade ein Zug vorbei fährt, dann spüre ich die Nähe zum Leben, die Bewegung... Dann ist Warum keine Frage.
Wenn Dann noch ein guter Film läuft, sowie Der Weiße mit dem Schwarzbrot, einem Film über einen ehemaligen RAF-Terroristen, der eine totale Transformation durchgemacht hat und Heute nach Auflösung seiner "idealistischen" Vorstellung, in Mali lebt und dort ein erfülltes und sinnstiftendes Leben führt. Aber nicht so klassisch, böser RAF-Terrorist durch Helfer-Impuls geläutert, sondern viel nachdenklicher und reflektierter. Schauts euch an, ein guter nachdenklicher und auch diskutierbarer Film.
Der einmal mehr vor Augen führt, wie sehr das Leben geprägt ist durch mich selbst. Veränderungen können geschehen und werden geschehen wenn ich sie fokussiere. Zumindest für mich selbst gilt dies. Dies heißt auch, tue was Du tun willst und kannst und es wird gelingen. Mut zur Tat! Träume werde lebendige Welt.
Jugendkultur wir kommen! Wir wollen starten, vieles ist in Bewegung. Sonntag wird es ein interessantes Treffen geben zu dem Ladenlokal wo momentan noch das Le coq drin ist. Wir werden sehen! Der Jugendkulturort ist mehr als schwanger, jetzt muss nur noch räumlich ein Geburtsort sich finden und festigen.

03.07.2008

Merk.würdig - Eigenständigkeitserklärung

Bei schriftlichen Arbeiten in der Uni wie zum Beispiel Hausarbeiten gilt es am Ende eine Eigenständigkeitserklärung zu geben, die besagt dass man die Arbeit selbstständig verfasst hat. Merk.würdig: Die Eigenständigkeitserklärung lässt sich als Mustervorlage von der Seite des Prüfungsamtes kopieren und so in die Hausarbeit übernehmen.

27.06.2008

Eine weitere Buchempfehlung

Ich habe vor kurzem ein Buch entdeckt von drei Studenten der Uni Witten/Herdecke, die eine Weltreise gemacht haben und ich glaube 33 Sozialunternehmer auf aller Welt besucht haben.

Das Buch zeigt eine fragende Haltung junger Menschen an die Welt und zeigt zugleich was möglich ist, wenn man etwas will als junger Mensch. Jedem Suchenden sei es schon jetzt empfohlen.
Ich bin gespannt ob sich ein Gespräch mit den Autoren ergeben wird.
Ich werde berichten.

Ich habe es bestellt, auch um es dann mal weiterzuverleihen.
Wer Interesse hat kann es sich bestellen oder gerne mal bei uns ausleihen.
Zum Bestellen ISBN: 978-3-86581-089-2, ihr könnt es für 16,90 € portofrei bestellen und ohne euch anzumelden über http://www.oekom.de/buecher/buchprogramm/politikgesellschaft/archiv/buch/expedition-welt.html
Auch möchte ich noch hinweisen auf die Homepage des Projektes, die noch mehr Auskunft gibt und auch über die Möglichkeiten informiert für Schulklassen selbst eine Expedition Welt zu starten: www.expedition-welt.de

David

14.06.2008

3G Theatertotal

Wenn Du Theater magst und gutes Laientheater schätzt, dann solltest Du unter www.theatertoal.de schauen, die führen die 3Groschenoper sehr gut umgesetzt auf. Jedem sei dies ans Herz gelegt, wer also nicht so doof ist 9/15 Euro für nicht staatlich gefördertes Theater für zuviel zu halten der sollte sich das nicht entgehen lassen.
www.theatertotal.de
Theater Total ist so etwas wie ein einjähriges Theaterorientierungsjahr für junge Menschen, in dem alle Teilnehmer in alle Bereiche tiefe Einblicke bekommen.

09.05.2008

Ich bin sehr gläubig...

Ich glaube an die Mülltrennung :-)

06.05.2008

Kaffee Freiraum, wir öffnen die Pforten

Einmal in der Woche immer donnerstags ab 18 Uhr öffnen wir unsere Pforten,
damit Du kommst und mit uns auf der Veranda die Welt veränderst oder es sein lässt.

Dazu Musik (manchmal live, aber immer ruhig, zum Gespräch), Getränke, mal ein Eis, mal grillen, mal eine andere Leckerheit.
Dazu Menschen, es müssen nicht viele sein, aber individuell dürfen sie sein.
Auch an Wlan und Steckdose soll es nicht scheitern.
Geld? Du gibst was Du kannst, denkst und magst. Wir machen transparent was etwas kostest. Du orientierst Dich daran oder lässt es sein.
Auch sind wir da, können geben Informationen zu Projekten, unterstützen Dich gerne bei deinen Vorhaben oder spinnen ganz Neues.

Jeder ist eingeladen! Du bist gefragt.

www.kaffee-freiraum.de

13.04.2008

Ein erfüllter Samstag

Gestern gab es ganz verschiedene Dinge die sich schön zusammen gefügt haben.

Zum Einen gab es gestern Morgen ein schönes Treffen mit Jolle, Beate Albrecht und Philip Reusmann. Es stand im Zusammenhang mit dem Kulturortgedanken in Witten (dem Kulturparadies). Wir haben uns auf den Weg gemacht einen gemeinsamen Ort zu denken. Auch in Hinsicht auf einen Antrag beim Fonds Soziokultur. Wo jedoch Heute deutlich spürbar wurde, es treten Punkte in Erscheinung die für alle als so wesentlich empfunden werden, dass sich etwas wie eine gemeinsame Perspektive oder Vision abzeichnet. Wie kann ein Raum von Menschen für Menschen gemeinsam belebt werden? Mit Menschen die in ihren Bereichen, nicht am Anfang, sondern mitten drin stehen. Jolle und ich, die wir uns mit Jugendprojekten befassen und da ansetzen wo wir stehen. Bei eigenen Projekten in der Arbeit für und/oder mit anderen Jugendlichen, selber in Aktion aber offen für Andere.

Beate die einen Ort für Theaterspiel schaffen möchte, in dem Theater als Spiegel der Gesellschaft lebt und gelebt werden darf.

Philip dem eine Gründung einer Stomp-MusikprojekteGruppe vorschwebt.

Gegründet in dem gemeinsamen Gedanken lebendige Begegnungskultur zu schaffen. Räume für Begegnung und Vermittelung zu schaffen. Offenheit zu schaffen. Kulturraum als Mikrokosmos für mögliche zukünftige Gesellschaftsbilder.

Büro, Cafe Freiraum, Theaterraum, Ausstellungsraum für Menschen, Raum für Menschen, durch Menschen belebte Räume. Nicht künstlich erzwungener lebendisierter, sondern aus eigenen Bedürfnissen mit Mehrwert für Andere, im Gedanken der gegenseitigen Befruchtung durch Austausch und Vielseitigkeit, geschaffener Raum.

Fahrt mit Beate nach Köln.

Dort Peru. Jahrestreffen der Informationsstelle Peru, informelles Nachtreffen von Julia, Martin und mir. Beide mir bekannt aus zwei Aufenthalten in Peru (Julia haben Claire und ich noch zusammen mit Michaela weitervermittelt im November06). Auch ein wenig Eindrücke mitnehmen von dem was zu Peru hier in Deutschland passiert. Aber vor allem ein schöner Brückenschlag ganz persönlich von uns Dreien von Peru nach Köln. Gespräche und Begegnungen, die Bezug nehmen auf etwas gemeinsames Vergangenes und doch nicht ohne Bezug zum Jetzt und damit Besonders. Ein Teilhaben.

10.04.2008

Missionen?


In letzter Zeit beschäftige ich mich mit diesem Buch oder beschäftigt sich das Buch mit mir?
Sebastian Gronbach begibt sich auf eine Suche nach biographischen Missionen. Versucht aber nicht zu belehren sondern viel individueller zu denken. Sein Gedanke jeder Mensch hat eine Mission. Nur welche und wie findet er sie.
Es ist so eine Zeitpunktlandung, seine Sätze stoßen auf Widerhall bei mir. Nicht das ich es fassen könnte. Es hat mit meinem Fragen zu tun. Ist für wie etwas bestätigendes für Ahnungen, die ich auszudrücken noch nicht im Stande bin.
Ich bin erst bei der ersten Hälfte des Buches, ich glaube dennoch es schon weiter empfehlen zu können.
Nicht erschrecken, es findet sich keine klassiche Buchperspektive, die Ansprache erfolgt direkt. von Sebastian zu mir, Dir.

17.03.2008

titellos

nicht immer braucht das Leben einen Titel.
Vielleicht Einblicke in zwei Wochen

Kaum bin ich mal zwei Wochen am Stück im Ruhrgebiet passiert ganz Vieles.

Umziehen im Hause, aus einem Zimmer in dem ich mir nicht vorstellen konnte zu wohnen weil es durch kräftige Farben und gerine Raumhöhe sehr beengend wirkt, ist dank weißer Farbe ein heller Raum geworden. Das Einsortieren und mich einfinden ist noch nicht abgeschlossen, aber schreitet voran. Meinem Papa und Ikea sei Dank. Abgesehen von kleinen Hässlichkeitsenttäuschungen aufgrund von Ikea-Beleuchtungsverblendung ;-)



Vorletzte Woche haben wir mit zwei Besprechungsterminen vorerst die Aktion mit der Mülheimer Waldorfschule beendet. Wir besprachen uns erst mit Gaby Hohlmann und berichten dann vor der versammelten Oberstufenkonferenz von unseren Erfahrungen mit den Schülern der Oberstufe im Besonderen der 10.Klasse.
Es könnte weiter gehen, da Gaby das Experiment in Mülheim diesen Donnerstag in der Konferenz der Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen von NRW vorgestellt hat.
Noch zwei, drei Sätze zu Mülheim: Es galt mit den Oberstufenschülern ein Gespräch zu führen, zu dem wir von den Lehrern geladen wurden, um gemeinsam im Gespräch herauszufinden was die Schüler wollen. Zur Gestaltung steht frei der Rahmen des 12.Schuljahres, da zentrale Zwischenprüfung und somit auch die mittlere Reife am Ende der 11.Klasse stehen. Waldorfs formal als Gesamtschule geltend, aber Anrecht haben zwölf Schuljahre zu füllen.
Heraus kam sehr deutlich ein starkes Festhalten an Bekanntem und Gegebenem, wirkliches Denken in die Freiheit braucht mehr Zeit und Raum. Wahrscheinlich müsste auch solch ein 12.Schuljahr erstmal Raum geben ohne schon wieder programmhaftes.


Viele Leute kommen zu Besuch viel ist los hier vor Ort.
Projektzeitung hat ein Treffen hier bei uns veranstaltet vorletztes Wochenende. Ein Kreis von 15 Leuten versammelte sich zeitweise bei uns. Ein Teil verblieb bis Montag, ein weiterer bis Dienstag und Vereinzelte auch bis Freitag. So war das Haus trotz vieler ausgeflogener Mitbewohner belebt.

Vergangenen Montag war denn noch ein Montagsforum, eine Veranstaltung in Bochum bei der mehrere junge Projekte ihre Arbeit vorgestellt haben, es ging um Jugendgenerationen. Da Projekt.zeitung, captura und walk your talk zu gegen waren, war es gewissermaßen Familientreffen. Außerdem ein Besuch bei Ikea.

Dienstag gab es ein Treffen von Anna, Jolle und mir. Wir haben noch mal Ideen gesammelt zu der zuletzt schon genannten Broschüre.
Danach fuhren wir noch weiter zu einer Wohnungs- und Raumbesichtigung in Witten City, aus der eine andere Initiative sich abzeichnet. Ein Jugendkulturraum in Witten, das Kulturparadies. Ein Raum ist ins Auge gefasst. Erste Schritte sind getan, ein wenig Vorlauf wird die Finanzierung beanspruchen. 8000 Euro sind gesucht, die ersten 1120 Euro sind schon gesichert. Wenn die da sind kann es los gehen und wir unterschreiben den Mietvertrag. Mehr Informationen auch wenn es noch nicht viele sind gibts im Web www.jugend-kultur.com
Jeder Betrag oder Beitrag ist Willkommen. Auch Ideen und Empfehlungen, gerne darf dieser Unterstützungsaufruf auch weitergeleitet werden.

Ein weiterer Schritt wurde von mir getan, ich habe mich letzten Freitag eingeschrieben bei der Uni Bochum und werde mich, wenn auch noch sehr skeptisch mit dem Studieren, Bachelor und den damit erzwungenen Formen und den Fächern Erziehungs- und Sozialwissenschaften versuchen. Die Uni ist hässlich. Vielleicht lassen sich trotzdem schöne oder brauchbare Dinge finden?

Bald in jeder Hinsicht mehr.

04.03.2008

mal wieder so viel

verschiedenes.

es passiert mal wieder soviel, bewegt mich so viel, ich denke so viel nach. ich weiß es gar nicht zusammen zu fassen oder überhaupt in worte zu fassen deswegen ist mein blog momentan eher schweigsam.

Ein paar Schlagworte für Gedanken und Fragen, Eindrücke momentan:

Wiedersehen mit Papa
Meine Zukunft, wo geht es hin? wo will ich hin?
Studieren in Bochum? Konkrete Option, konkrete Fragen.
Was gibt es sonst, wenn das ein Kompromis ist?
Wie finde ich für mich Qualitäten die sich nur im Innen bilden können?
Wann darf man umziehen und wann entzieht man sich dem einlassen auf... ? (ganz allgemein als vielumzieher)
Aktionswoche mit der Mülheimer (a d Ruhr) Oberstufe der Waldorfschule zur Frage der zukünftigen Gestaltung der 12.Klasse. Damit verbunden Fragen danach wie Schule sich entwickeln kann?
Ideen zu einem Biographieprojekt was in eine Berufsberatungsbroschüre münden könnte, Biographien befragen von Menschen.
Hüte in der Geschichte, wofür stehen, standen Hüte? Mode? Will ich modisch sein?
Projekt.ich, inwiefern kann und soll ich noch Projekte machen oder anders herum inwieweit verstehe ich mein Leben selbst als mein Projekt und wo verläuft die Grenze zum ego - Selbstwahrnehmungskult und -reproduktionskult ?
Wie kann ein Kulturraum aussehen? Was für Bedürfnisse habe ich an einen solchen und wenn wo bekomme ich den her und was soll da noch alles passieren?
Aber auch immer mal wieder, wo kommt das nächste Geld für mein Essen her? Und wie mache ich diese blöde Steuererklärung, wie fülle ich den Bogen zur Selbstständigkeit aus?
Kann ich selbstständig sein wenn ich nicht weiß wie man so einen Bogen ausfüllt? Wo werden Worte hier zu Phrasen?
Wie gestalte ich zwischenmenschlich mein Leben, mit wem möchte ich durchs Leben gehen und wenn ich meine zu wissen mit wem, wie mache ich das?
Woher bekommt man Nachschub an Sicherheit für entwickelte Lebensentwürfe?

und noch viel mehr. Oder mit wievielen Dingen kann sich ein Mensch "gleichzeitig" beschäftigen?
Wann zerreißt er sich? An wievielen Orten kann sich ein Mensch in seinem Leben aufhalten?
Kann es im Extrem eine innere Konstante ganz ohne äußere geben? Oder extremer gibt es ganz innere Freiheit ohne Existenz einer solchen im Außen?

Aber ich tue auch noch banale Sachen, telefonieren. Einen Computer kaufen für meine Eltern, eine Homepage betreuen, die Spülmaschine ausräumen (meditativ sich wiederholende Tätigkeit).
Und gerade hausintern umziehen, dafür gilt es aufzuräumen, sauberzumachen, zu streichen und zu schleppen...

11.01.2008

Materie und Inventur

Material. Stoff.

Ich arbeite im Januar einige Mal und mache mit zwei meiner Mitbewohner in verschiedenen Hellwegbaumärkten im Pott Inventur.

Das ist krass. Diese Woche haben wir vier Tage hintereinander Inventur gemacht. In Dortmund, Hagen, Wuppertal, Iserlohn. Zu früher Morgenstunde einen Bus bestiegen und an den entsprechenden Ort gekarrt.

Jeden Tag wollen Tausende Artikel gezählt werden. Soviel Material. Stoff. Erde rinnt durch meine Hände. Es ist ein Strom. Ein künstlicher Strom. Ein Warenstrom. Ein sich bei jeder Inventur wiederholender Strom. Du zählst und zählst, merkst oft gar nicht mehr genau was. Du wirst ganz verdreht. Soviel Materie kann dein Geist gar nicht fassen. Abends müde und total verströmt. Die Bedingungen sind nicht gut.

Ich träume von Jobben wo ich bei einer solchen Arbeit pauschal bezahlt werde und gehen darf wenn ich fertig bin.

Ich merke mir widerstrebt, dieses Arbeiten als anonyme Masse, dirigiert durch Menschen hinter Listen. Es ist kaum ein lebendes Miteinander. Zählen, tippen und reden schließen sich aus. Der Kopf schafft es nicht. Kleine Teile wollen gesehen und gezählt werden. Viele Teile. 287 Schrauben, 9 Stück Autopolierwatte, 9 Regalbödenelemente, 7 Autoshampoo, 25 verschiedene Arten von Klebestoffen, Regal 47, Feld 201. Scannen am Feldanfang. Quittierendes Piepen. Los gehts.

Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren. Scannen, zählen, tippen, quitieren... Das reicht euch schon? Den ganzen Tag Scannen, zählen, tippen, quitieren.

Doch manchmal scannen. scannen. Scannen. Nix passiert. Dann schauen, tippen, schauen, tippen, schauen und tippen, zählen, quitieren....

Die Welt vergeht zwischen Zahlen und Codestreifen. Manchmal ist es schwer, lang, du hältst die ganze Welt auf deinen Schultern. Oft vergeht die Welt wie im Dämmer. ...und du scannst, zählst, tippst und quitierst. Machst eine Pause, ignorierst das Gemecker der Anderen, isst dein Essen, machst weiter. Unglaublich wie banal ein Tag sein kann. Für viele Menschen sind solche oder ähnliche Banalitäten das was sie ihren Beruf schimpfen.
Ich kann mich darin nicht sehen, will mich da nicht sehen. Klingt es arrogant? So ist es nicht gedacht.

Es kommt kein Gefühl auf wie wir rocken das zusammen. Nur ein ok wir machen das. Und viel Gemecker. Nur bei gemeinsamen Zählaktionen wenn am Ende noch was fehlt merke ich diesen Geist, des Zusammen, des Wir machen das und wir sind dann gut, schnell, schaffen was und haben Spaß. Doch danach kommt die Bremse, 50 Leute hängen rum und zehn werden noch beschäftigt. Zu anonym organisiert als das sich jeder so einbringen könnte, das Einzelmenschen zu einer Beschleunigung und Beendigung des Ganzen aus Eigeninitiative beitragen könnten.
Zu abstrakt die Entscheidung über deine Lebenszeit bis zum Feierabend.

Gleichzeitig mit einem Querschnitt der Gesellschaft zusammen arbeiten, wo es Jemandem schon mal daran mangelt befähigt zu sein systematisch ein Regal von links oben nach rechts unten aufzunehmen. Erschreckend gleichzeitig auch wie gut ich so systematisch funktionieren kann. Einfach links oben anfangen und rechts unten aufhören.

Den ganzen Tag arbeite ich mit dem Ansporn wenn ich nicht so langsam bin komme ich vielleicht früher nach Hause. Gleichzeitig ist dies leider jeden Tag wieder eine Rechnung die nicht aufgeht.

Demnächst doch wieder Hüte?
Da sehe ich wenigstens den Menschen der mir direkt gegenüber steht.

Tja, was ich / man(?) für Geld noch so alles mache / macht.


Und gleichzeitig natürlich jammern auf hohem Niveau!?

Scannen am Feldende.
(Auf zum Nächsten)

Wie im Leben?

Neues & altes, großes & kleines

Wie misst man Veränderungen wenn sie innerlich stattfinden?

Wann haben sie Ihr Ende und wo ihren Anfang? Oder was passiert dazwischen eigentlich?


Ich frage mich oft was Veränderung eigentlich ausmacht. Zum Einen weil ich oft äußerlich meine Situation ändere / sich ändert (sei es ein Job, der Ort beim unterwegs sein, unterwegs in Gedanken in Tausend Ecken und Winkeln, Dreh- und Angelpunkten dieser Welt). Somit sich mehr als vielleicht bei Anderen die Frage stellt worin mache ich jetzt welche Entwicklung fest.

Nicht das ich das Gefühl hätte es gäbe keine, gar nicht. Doch viel zu oft ist so viel im Äußeren, dass ich gerade im Inneren den Bedarf spüre diese äußerlichen Veränderungen zu kompensieren. Zur Ruhe zu kommen. Innerlich zu verweilen.
Darf ich nicht erst soviel im Außen machen, wenn ich das Gefühl habe es innerlich nachhaltig fassen zu können? Doch woher weiß ich sowas und woran mache ich das fest?

Doch was ist die Konsequenz? Nichts tun? Würde mich wahnsinnig machen.
Besinnung. Ist so ein Wort was anklingt. Also lass ich es klingen. Immer wieder Ruhemomente. Augen zu. Gedanken die sich dem Wirbel nicht hingeben, die ruhen.
Wenige aber manchmal klappt. Es sind oft auch die Momente klarer Prioritätenwahrnehmung und entsprechendem Absagen des Einen oder Anderen. Oder auch kleinere Momente.