14.09.2008

Zukunftsfragen und Orientierung

Viel denke ich über die Zukunft und mich nach. Über Orientierung meiner und auch anderer junger Menschen, jedoch immer auf einem sehr hohen Niveau.

Gerade habe ich einen hoffnungsvollen und dennoch andere Maßstäbe aufzeigenden Artikel gelesen. Es geht um Haupt- und Gesamtschüler denen Zukunftsperspektiven vermittelt werden sollen.

Ich denke hohes Niveau ist wohl nicht falsch und meine Visionen sind auch was mich trägt, solch ein Maßstab kann aber wieder mal helfen die Besonderheit und die Menge der Möglichkeiten gewahr zu werden und schöpfen zu können.

Zu wissen:
Ich kann meine Zukunft weitgehend selbst gestalten und ich bin nicht (so stark) abhängig von "dem Arbeitsmarkt" (wie andere), auch wenn ich da manchmal schwanke. Mit gesellschaftlichen Konventionen hadere, Universitätsstudium und Abschlüsse. Wenn ich bei einer Projektvorstellung in einer Konferenz "wieder mal" nach meiner "Profession" befragt werde...

Im Grunde stärkt sich bei mir nur die Gewissheit: Eigene Maßstäbe sind gefragt, wollen weiter entwickelt, gestärkt und vertreten werden. Meine Frage ist schon immer wieder, welche Verbindung habe ich zur Gesellschaft und ihren Formen - seien es Abschlüsse, Verhaltensweisen, Werte, Normen?
Wie weit spiele ich mit, wo sage ich: "Stopp, ich toleriere diese Formen, aber ich will sie nicht für mich anwenden" ?

Und gerade im Studium beispielsweise der Soziologie oder überhaupt merkt man doch, wie sehr Formen willkürlich festgelegte Verallgemeinerungen sind, die aber per Definition für alle Gültigkeit haben sollen. Also: Wie sehr alle Konstrukte und Formen (der Gesellschaft) von Menschen produziert sind (und ständig reproduziert werden) und nur so lange Gültigkeit haben wie sie von den Menschen in dieser Form wie sie existieren anerkannt werden und dadurch erhalten werden. Das gerade hinter angeblich unverrückbaren Tatsachen auch nur Konstrukte der Wirklichkeit stecken.

Meine Konsequenz ist nicht die des Anarchisten oder des totalen Gesellschaftsverweigeres, der gezwungen wäre sich zum totalen Selbstversorger zu machen (weil jede Kooperation mit der Gesellschaft ihre Formen bestätigt und fort existieren lässt).
Meine ist (bisher - wird?) der Versuch eines Mittelweges, immer in der Frage gründend was kann ich / will ich mit verantworten. Mich zu fragen, wo gibt es andere Optionen, wo kann ich welche schaffen? Wissen um die Tatsachen, versuchen realistisch abzuwägen und Mut entwickeln die Schritte zu gehen die notwendig sind, gerade auch wenn sie nicht den breiten Schneisen (z.B. Uni-08/15) entsprechen.

Ein passender Vergleich ist vielleicht der mit dem Begriff Globalisierungskritiker versus Globalisierungsgegner: Der Globalisierungsgegner spricht der Globalisierung ihre Berechtigung ab, ohne zu berücksichtigen, dass gerade das Allumfassende Charakter derselben ist und dass er Teil dieser Dynamik ist. Wohingegen der Globalisierungskritiker, in die Dynamik hineinschaut, sie so weit es ihm möglich ist erkennt und daraus versucht das Wie und die Akteure gezielt zu kritisieren oder ihren Verlauf zu beeinflussen.

Was die Konsequenz im Konkreten sein wird, wird sich zeigen.